Digicert hat Ergebnisse seines weltweiten Certificate-Management-Outlook veröffentlicht. Sie zeigen, dass Zertifikatsvorfälle für Unternehmen zunehmend kostspieliger werden. Fast jede vierte Organisation gab an, dass ihr schwerwiegendster Zertifikatsvorfall mehr als 250.000 Dollar gekostet hat, 5 Prozent mehr als im Vorjahr.
Im vergangenen Jahr kam es bei mehr als einem Drittel der befragten Organisationen zu einem Dienstausfall, der durch ein abgelaufenes Zertifikat verursacht wurde. Fast drei Viertel meldeten mindestens fünf Stunden zertifikatsbedingte Ausfallzeit, jede fünfte sogar 25 Stunden oder mehr. Lange Ausfälle können kritische Dienste stören, die Produktivität der Mitarbeitenden lahmlegen und das Vertrauen der Kunden untergraben. Entsprechend ist die Absicherung von Zertifikaten für moderne Organisationen zu einer der obersten Prioritäten geworden.
Ausmaß und Dauer dieser Ausfälle verweisen auf eine Herausforderung für die Unternehmensresilienz, die über das Sicherheitsteam hinausreicht: Mehr als die Hälfte der Befragten stuft Zertifikatsausfälle als Infrastrukturproblem ein. Das automatisierte Management des Zertifikatslebenszyklus rangiert inzwischen auf Platz drei der Cybersicherheitsprioritäten von Organisationen, noch vor der Vereinfachung von Compliance, der Standardisierung von IoT-Sicherheit und dem Ausbau von Zero-Trust. Die Umsetzung hält damit jedoch nicht Schritt: Nur 10 Prozent gaben auf die Frage nach den Hürden an, dass sie „bereits über eine Automatisierung verfügen“.
„Ein abgelaufenes Zertifikat kann einen kritischen Dienst genauso schnell lahmlegen wie jeder andere Infrastrukturausfall“, sagte Mike Nelson, Global Vice President, Field CTO bei Digicert. „Da die Zertifikatslaufzeiten auf 47 Tage schrumpfen, lassen sich Tabellen und Kalendererinnerungen schlicht nicht skalieren. Organisationen müssen jedes einzelne Zertifikat kennen, das sie besitzen, wissen, wo es liegt und wer dafür verantwortlich ist, und dann den Lebenszyklus automatisieren, bevor aus einem übersehenen Ablaufdatum ein Betriebsausfall wird.“
Dieser Druck wird weiter zunehmen, da die Zertifikatsmengen steigen und die Laufzeiten schrumpfen. Fast drei Viertel der Organisationen erwarten, dass die Mengen in den nächsten zwei Jahren zunehmen, während mehr als die Hälfte bereits über 1.000 Zertifikate verwaltet. Ab 2029 werden Branchenregeln öffentliche TLS-Zertifikate auf 47 Tage und die Wiederverwendung einer Domain-Validierung auf 10 Tage begrenzen, was das Sicherheitsrisiko verringert, indem Zertifikatsinformationen häufiger aktualisiert werden. Ein Unternehmen, das 1.000 öffentliche TLS-Zertifikate verwaltet, könnte dadurch pro Jahr rund 8.000 Zertifikatsausstellungen und 40.000 Domain-Validierungen bewältigen müssen.
Weitere Ergebnisse des Certificate-Management-Outlooks
- 30 Prozent bereiten sich noch nicht aktiv auf kürzere Zertifikatslaufzeiten vor.
- Der Grad der Vorbereitung variiert je nach Markt: 74 Prozent der US-Organisationen bereiten sich aktiv vor, verglichen mit 71 Prozent im Vereinigten Königreich und 62 Prozent in Australien.
- Die Inkompatibilität mit älteren Technologiesystemen im Unternehmen ist mit 25 Prozent die größte Hürde für die Automatisierung, gefolgt von Budgetbeschränkungen mit 21 Prozent.
- 40 Prozent verzeichneten Dienstausfälle aufgrund von fehlerhaftem Zertifikatsmanagement, und mehr als die Hälfte ist sehr oder äußerst besorgt über den Ablauf von Zertifikaten.
Methodik des Certificate-Management-Outlooks
Die Ergebnisse basieren auf einer unabhängigen Umfrage, die Propeller Insights im Auftrag von Digicert im Mai 2026 durchgeführt hat. Befragt wurden 1.001 IT- und Cybersicherheits-Entscheider in den Vereinigten Staaten, im Vereinigten Königreich und in Australien.
Der Digicert-Certificate-Management-Outlook findet sich hier: https://www.digicert.com/campaigns/certificate-management-outlook-report
Der Forrester-Total-Economic-Impact-Report findet sich hier:
https://www.digicert.com/campaigns/total-economic-impact-of-digicert-one-report
#Digicert










