
Am 2. August tritt eine wichtige Etappe des EU-AI-Acts in Kraft: Ab diesem Datum gelten verbindliche Transparenz- und Kennzeichnungspflichten für KI-Systeme wie etwa zur Offenlegung von KI-generierten Inhalten und zur Informationspflicht gegenüber Nutzern. Tim Pfälzer, GM and SVP EMEA bei Veeam, bewertet in seinem Kommentar die Tragweite der Richtlinie und sagt unter anderem: „Dieser gesetzliche Stichtag sollte nicht als Ziellinie, sondern als Ausgangspunkt für die widerstandsfähige Dateninfrastruktur betrachtet werden, die für vertrauenswürdige KI-Innovation erforderlich ist.“
„Die Fristen für einzelne Vorgaben des EU-AI-Acts verschieben sich immer wieder. Doch trotz aller Kritik bleibt der Stichtag am 2. August ein wichtiger Wendepunkt für europäische Organisationen. Auf den ersten Blick wirken die dann geltenden Transparenzregeln für KI-Governance und Rechenschaftspflicht vergleichsweise einfach zu erfüllen. Schließlich wurden die strengeren Vorgaben für Hochrisikobereiche vorerst aufgeschoben. In der Praxis ist ihre Umsetzung aber deutlich schwieriger. Das merken Unternehmen spätestens dann, wenn sie versuchen, ihre bisherigen KI-Systeme an diese Anforderungen anzupassen. Denn es reicht nicht, einfach einen Haken bei „Compliance“ zu setzen. Stattdessen müssen Unternehmen ihre gesamte Datenlandschaft neu denken. Nur so entstehen die Audit-Trails, Governance-Richtlinien und stabilen Grundlagen, die KI im großen Maßstab braucht.
Viel wird über die mangelnde Klarheit des Gesetzes diskutiert – und eine aktuelle Umfrage von uns bestätigt das: 63 Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region sagen, Unklarheiten im Gesetz seien ein klares Compliance-Risiko. Doch das lenkt den Blick auf das falsche Problem. Die Vorschriften könnten zwar klarer sein, aber Transparenz und Erklärbarkeit lassen sich ohnehin nicht allein durch Regeln erreichen. Um zu sehen, wo die eigenen Daten liegen, wie sie genutzt werden, wer Zugriff darauf hat und wie sie in KI-Entscheidungen einfließen, müssen die meisten Unternehmen ihre Datenlandschaft von Grund auf neu aufstellen. Genau das wird entscheidend sein: proaktiv Transparenz schaffen, Governance-Rahmenwerke aufbauen und auf Resilienz setzen. Nur so lässt sich sicherstellen, dass die Daten hinter der KI sicher, geregelt, verfügbar und wiederherstellbar sind. Denn KI-Ergebnisse sind nur so vertrauenswürdig wie die Daten, auf denen sie beruhen.
85 Prozent der Unternehmen in der EMEA-Region sagen zwar, das neue Gesetz mache sie noch investitionsbereiter in KI-Tools – doch sie sollten sich dabei nicht allein am Gesetz orientieren. Wer erfolgreich in KI-Tools investieren will, muss zuerst die Transparenz und Nachvollziehbarkeit schaffen, die ab dem 2. August für die Einhaltung der Vorschriften nötig sind. Und das gelingt nur durch eine umfassende Umstrukturierung der eigenen Datenlandschaft. Ohne eine solide Vertrauensbasis laufen Unternehmen Gefahr, mit jedem Schritt in Richtung Mehrwert auch neue Probleme zu schaffen – ausgerechnet bei Governance, Sicherheit und Compliance. Bei Künstlicher Intelligenz kommt der größte Wettbewerbsvorteil nicht unbedingt von der schnellsten, sondern von der vertrauenswürdigsten Umsetzung. Diese gesetzliche Frist sollte man deshalb nicht als Ziellinie sehen, sondern als Startpunkt für die stabile Dateninfrastruktur, die zukunftsfähige KI-Innovation erst möglich macht.“
#Veeam











