
Vorwürfe wegen Datenschutz-Verletzung bei der Deutschen Bank rücken die Gefährdung von Mitarbeiterzugängen erneut in den Fokus. Ein Kommentar von Shane Barney, CISO von Keeper Security
„Die gegen die Deutsche Bank erhobenen Vorwürfe wurden nicht unabhängig überprüft, und die angeblich exponierten Daten stammen aus Mitarbeiterakten und sind nicht Kundendaten. Dennoch folgt der Vorfall einem bekannten Muster, das Unternehmen nach wie vor nicht ausreichend adressieren. Selbst wenn es sich auf Mitarbeiterdaten beschränkt und es sich nicht um Kundendaten handelt, kann dies nicht als geringfügige Gefährdung abgetan werden.
Passwort-Hashes sind nicht dasselbe wie Klartext-Passwörter, aber auch sie sind nicht sicher. Offline-Cracking-Tools werden von Jahr zu Jahr schneller und günstiger. Ein Hash, der mit einer echten E-Mail-Adresse verknüpft ist, gibt einem Angreifer sowohl ein Anmeldedatum, das es wert ist, gehackt zu werden, als auch ein Ziel, das sich für Phishing-Angriffe eignet. Laut den Untersuchungen von Keeper im Jahr 2026 sind anmeldedatenbezogene Angriffe die häufigste Bedrohung (25 Prozent), die deutsche Cybersicherheitsverantwortliche derzeit melden. Die Erkennung bleibt jedoch langsam: 59 Prozent der deutschen Befragten würden den Missbrauch von Anmeldedaten oder unbefugten privilegierten Zugriff erst nach Stunden und nicht innerhalb von Minuten feststellen.
Die Gruppe, die hinter diesem Vorfall steht, betreibt ein doppeltes Erpressungsmodell: Sie verschlüsselt Systeme und droht damit, gestohlene Daten zu veröffentlichen – unabhängig davon, ob ein Lösegeld gezahlt wird. Anmeldedaten von Mitarbeitern sind Teil der Unternehmensinfrastruktur und erfordern dieselbe Kontrolle und Überwachung wie jeder andere privilegierte Zugriffspunkt. Mitarbeiter sollten Anmeldedaten im Unternehmen als hochwertiges Gut behandeln – einzigartig, geschützt und niemals mehrfach verwendet. Unternehmen ihrerseits benötigen Echtzeit-Transparenz darüber, wie diese Anmeldedaten genutzt werden. Und sie benötigen Kontrollen, die anormale Zugriffe erkennen, bevor daraus eine Datenschutz-Verletzung wird. Die Steuerung und Kontrolle privilegierter Zugriffe ist keine Premium-Funktion mehr. Sie gehört heute zum Standard.“
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