Der Umgang mit Datenpannen oder wie man Geld aus dem Fenster wirft

Andrew Stuart, Managing Director EMEA des Business-Continuity-Spezialisten Datto
Andrew Stuart, Managing Director EMEA des Business-Continuity-Spezialisten Datto

Datenpannen kommen Unternehmen teuer zu stehen. Das ist der Grundtenor der vom Ponemon Institute durchgeführten und von IBM unterstützten Studie „Cost of Data Breach„. So kostet ein Zwischenfall mit abhanden gekommenen digitalen Informationen in Deutschland zwar weniger als im Vorjahr, kommt aber immer noch auf durchschnittlich 3,42 Millionen Euro. Zu den Faktoren, die die Gesamtsumme der notwendigen Aufwendungen maßgeblich beeinflussen, zählt neben dem Standort auch die Zeit, die zur Datenwiederherstellung benötigt wird.

Andrew Stuart, Managing Director EMEA des Business-Continuity-Spezialisten Datto, sieht gute Chancen, die Summe weiter zu verringern:

„Die erste gute Nachricht: Die absoluten Kosten durch Datenpannen sind in vielen europäischen Ländern dank strengerer Datenschutzvorgaben und Meldepflichten gesunken. Richtig teuer – und teurer als im letzten Jahr – kommen Datenzwischenfälle dagegen Unternehmen im Mittleren Osten sowie in Japan, Südafrika, Indien und vor allem in den USA. So stiegen für US-Firmen die Kosten im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent und liegen mit 7,35 Millionen US-Dollar durchschnittlich mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland.

Ebenfalls positiv ist die Feststellung, dass Unternehmen direkten Einfluss darauf nehmen können, wie teuer sie ein Datenverlust zu stehen kommt. Denn wie schnell eine Firma auf eine Cyberattacke reagieren kann, und wie viel Zeit sie für die Wiederherstellung der Daten benötigt, kann sie maßgeblich selbst beeinflussen.

Umfassende Notfall-Pläne und Business-Continuity-Konzepte zahlen sich da reichlich aus. So liegen laut IBM die Kosten bei Unternehmen, die Datenpannen innerhalb eines Monats beheben konnten, um eine Millionen Dollar niedriger als bei den Unternehmen, deren Datenpanne länger als einen Monat andauerte.

Sprich: Die Firma, die sich nach einer Attacke oder einer Panne erst einmal auf die Suche nach den ausgelagerten Backup-Bändern machen muss, diese dann auf Vollständigkeit und Funktionsfähigkeit überprüft, nur um festzustellen, dass Bereiche oder Zeiträume nicht gesichert sind, wirft das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster. Und dieses Fenster steht in vielen Firmen wohl weit offen, denn laut Studie benötigen Unternehmen derzeit im Schnitt mehr als sechs Monate, um eine Datenpanne zu entdecken. Weitere 66 Tage werden durchschnittlich benötigt, um die entdeckte Datenpanne zu beheben.

Investitionen in den Einsatz präventiver Technologien für Lösungen, die mit minimalem Zeitaufwand Daten wiederherstellen und Ausfallzeiten minimieren, zahlen sich also aus. Es wäre doch schön, wenn IBM im nächsten Jahr melden könnten: Kosten durch Datenpannen weiter gesunken.“

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