Das Incident-Response (IR)-Team von Arctic Wolf hat IR-Fälle bei Kunden des Security-Operations-Unternehmens für den Monat Mai und Juni ausgewertet. Dabei ist es zu der Erkenntnis gelangt, dass erfolgreiche Ransomware-Gruppen immer wieder dieselben Schwachstellen und Angriffswege nutzen. Gerade diese Wiederholbarkeit ermöglicht es Unternehmen, Angriffe früher zu erkennen und gezielter abzuwehren.
Angriffswege bleiben weitgehend unverändert
Bei den initialen Zugriffswegen zeigt sich ein bekanntes Muster: Besonders häufig verschafften sich Angreifer über extern erreichbare Fernzugänge Zugriff auf Unternehmensnetzwerke. Dahinter folgen Phishing- beziehungsweise Social-Engineering-Angriffe sowie die Ausnutzung öffentlich erreichbarer Schwachstellen. Die Auswertung bestätigt damit erneut, dass vielfach bekannte Sicherheitslücken und unzureichend abgesicherte Remote-Zugänge weiterhin zu den größten Risikofaktoren gehören.
Hohe Forderungen, noch höhere Folgekosten
Die durchschnittliche anfängliche Lösegeldforderung lag im untersuchten Zeitraum bei 1.642.412 der Median bei 450.000 US-Dollar. Die große Differenz zeigt, dass Täter ihre Forderungen gezielt an Größe, Bekanntheit und vermutete Zahlungsfähigkeit ihrer Opfer anpassen. Der eigentliche finanzielle Schaden geht jedoch häufig deutlich über die geforderte Lösegeldsumme hinausgehen. Ausfallzeiten, Wiederherstellung der Systeme, forensische Untersuchungen, rechtliche Maßnahmen sowie Benachrichtigungspflichten verursachen in vielen Fällen wesentlich höhere Gesamtkosten.
Besonders betroffene Branchen
Am häufigsten waren Unternehmen aus der Produktion, dem Gesundheitswesen und der Baubranche betroffen. Diese Industrien treffen Angriffe mit Ransomware besonders schwer, da längere Betriebsunterbrechungen erhebliche wirtschaftliche und operative Folgen nach sich ziehen können. Produktionsstillstände, die Versorgung von Patienten oder laufende Bauprojekte erzeugen einen hohen Zeitdruck, den Angreifer gezielt für ihre Erpressungsstrategie ausnutzen.
Die Top vier Erkenntnisse auf einen Blick
Top 1: Die fünf am häufigsten beobachteten Ransomware-Gruppen
- Akira,
- Qilin,
- PLAY,
- INC ,
- Dragonforce.
Top 2: Die gängigsten Angriffsmethoden
- Social-Engineering.
- Externer Remote-Zugriff.
- Ausnutzung öffentlicher Schwachstellen (External-Exploit).
Top 3: Am stärksten betroffene Branchen
- Fertigungsindustrie,
- Gesundheitswesen,
- Baugewerbe.
Top 4: Lösegeldforderungen
- Durchschnittliche anfängliche Lösegeldforderung: 1.642.412 US-Dollar
- Median: 450.000 US-Dollar

„Die größte Gefahr besteht heute nicht in unbekannten Angriffsmethoden, sondern in bekannten Schwachstellen, die übersehen oder zu spät behoben werden“, verdeutlicht Dr. Sebastian Schmerl, Vice President Security Services EMEA bei Arctic Wolf. „Die gute Nachricht ist: Weil viele Ransomware-Gruppen immer wieder dieselben Methoden nutzen, lassen sich verdächtige Muster frühzeitig erkennen. Unternehmen sollten deshalb ihre Angriffsfläche kontinuierlich überwachen und Sicherheitslücken zügig schließen.“
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