Einfluss der künstlichen Intelligenz auf die Cloud-Einführung, Budgets und IT-Resilienz

Suse hat seine Studie „Cloud and AI Pulse Survey“ veröffentlicht. Sie belegt, dass immer mehr Unternehmen aus technischen und betrieblichen Gründen sowie im Hinblick auf die digitale Souveränität auf hybride (59 Prozent) und private (16 Prozent) Clouds umsteigen. Die global angelegte Umfrage unter fast 600 führenden Unternehmen im Technologiesektor in Deutschland, Großbritannien, den USA, Japan und Indien untersucht die Auswirkungen von KI für Cloud-Implementierung, Budgetallokation, Governance, IT-Prioritäten und Systemresilienz. In den USA nannten in diesem Jahr circa ein Drittel (31 Prozent) digitale Souveränität als wichtigste technische Priorität, getrieben von der Notwendigkeit nach Open-Source-Unterstützung und Bedenken bezüglich Anbieterabhängigkeit. In Deutschland steht erweiterte Sicherheit an erster Stelle in der technischen Prioritätenliste. Sicherheitsrisiken zu minimieren nennen 63 Prozent der Unternehmen als wichtigsten Grund für digitale Souveränität – deutlich vor allen anderen Faktoren.

 

Künstliche Intelligenz führt zu neuen Prioritäten

Da KI die Firmensysteme deutlich komplexer macht, verlagern sich Risiken und Prioritäten auf skalierbare und gezielt gesteuerte Implementierungen.

  • Weltweit wurde die Implementierung von KI entweder als kritische (24 Prozent) oder große (37 Prozent) Herausforderung eingestuft.
  • In Deutschland belegt die KI-Implementierung lediglich Rang zwölf unter den kritischen Herausforderungen, gleichzeitig jedoch Rang zwei bei der Priorisierung des Budgets – ein Widerspruch zwischen wahrgenommener Dringlichkeit und Investitionsverhalten.
  • Beim Training von KI-Modellen wird digitale Souveränität zu einer zentralen Anforderung: 42 Prozent aller befragten Unternehmen bewerten sie als „äußerst wichtig“, weitere 40 Prozent als „sehr wichtig“.
  • Vier von fünf Ländern nannten die Implementierung von KI als oberste Priorität in ihren Haushaltsbudgets.

 

Hybride Cloud und – wiederbelebt und zukunftsfähig

Die globalen Daten zeigen, dass Unternehmen ihre KI-Umgebungen zunehmend auf Kontrolle und Compliance ausrichten. Hybride und Multi-Cloud-Ansätze werden dabei als besonders geeignet angesehen, da sie die Verarbeitung regulierter, sensibler und Edge-Workloads ermöglichen und gleichzeitig die operative Flexibilität sichern.

Dieser Wandel, weg von der Public Cloud, spiegelt eine weltweite Entwicklung wider, die durch KI vorangetrieben wird. So werden private KI-Fabriken gebaut, deren Akzeptanz laut Forrester in diesem Jahr voraussichtlich 20 Prozent erreichen wird, während gleichzeitig lokale Serverlösungen zunehmen, um Kosten, Leistung und Anforderungen an die Datenverwaltung vor Ort besser zu steuern.

  • Für Workloads, bei denen digitale Souveränität entscheidend ist, setzen 59 Prozent der Unternehmen auf hybride Cloud-Deployments, 16 Prozent ausschließlich auf private Clouds.
  • Mehr als die Hälfte (51 Prozent) der Unternehmen plant, verstärkt in die Skalierung über mehrere Cloud-Umgebungen zu investieren.
  • Fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent) will ihre Investitionen in die Open-Source-Unterstützung ausweiten.
  • Im globalen Durchschnitt sind die drei wichtigsten Prioritäten der Unternehmen:
    o Reduzierung von Qualifikationslücken und Fachkräftemangel,
    o Verbesserte Sicherheitsmaßnahmen sowie
    o Implementierung von KI.

 

Herausforderungen und Prioritäten in Deutschland

Während sich in den USA Bedenken hinsichtlich Anbieterabhängigkeit und IT-Resilienz zu zentralen Prioritäten entwickeln, stehen bei deutschen Unternehmen Sicherheit, Compliance und die Resilienz von IT-Systemen im Zentrum der technologischen Agenda. Datensicherheit und Risikominimierung sind sowohl der wichtigste Treiber für digitale Souveränität als auch die Top-Priorität bei geplanten Budgeterhöhungen. Dabei lassen sich die zentralen Schwerpunkte wie folgt zusammenfassen:

  • Erweiterte Sicherheit und Risikominimierung: Mit 48 bis 63 Prozent sind Sicherheitsaspekte die am stärksten priorisierten Themen, sowohl bei den technologischen Maßnahmen als auch bei der Umsetzung digitaler Souveränität.

  • IT-Resilienz: Auf Platz zwei bei den technologischen Prioritäten und den Budgetplanungen, um die Stabilität und Ausfallsicherheit der Systeme zu gewährleisten.

  • Digitale Souveränität: Deutsche Unternehmen messen der Kontrolle über Daten und der Einhaltung regulatorischer Anforderungen mit 44 Prozent höchste Bedeutung bei.

  • Investitionen in künstliche Intelligenz: KI steht bei geplanten Budgeterhöhungen an zweiter Stelle und unterstreicht den Trend zur technologischen Weiterentwicklung.

  • Fachkräftemangel und Qualifikationslücken: Engpässe bei Skills und Talenten werden zunehmend als Herausforderung erkannt und als Priorität für zukünftige Investitionen eingestuft.

  • Interne Vorgaben und externe Anforderungen: Während interne Board-Mandate und Kunden-/Partneranforderungen bei der Priorisierung eine geringere Rolle spielen, beeinflussen sie dennoch die strategische Umsetzung digitaler Initiativen.

Die Schwerpunkte verdeutlichen, dass deutsche Unternehmen die digitale Transformation vor allem durch Schutz, Stabilität und die langfristige Widerstandsfähigkeit ihrer Finanz- und IT-Prozesse vorantreiben. Dabei stehen neben technologischen Innovationen wie KI auch regulatorische Compliance und der Schutz kritischer Daten im Fokus.

„Es überrascht nicht, dass mehr als die Hälfte der Befragten die Implementierung von KI als große Herausforderung einstuft. Aufschlussreich ist jedoch, welchen positiven Einfluss KI auf die Einführung hybrider und privater Cloud-Modelle sowie auf die digitale Souveränität bei KI-Trainingsdaten hat“, so Holger Pfister, Vice President DACH bei Suse. „Diese aktuellen Daten spiegeln wider, was wir bei unseren Kunden beobachten: Die Schwerpunkte verschieben sich zu flexibleren, skalierbaren und besser kontrollierbaren Implementierungen.“

Info: Umfragemethodik
Die „Cloud and AI Pulse Survey“ basiert auf den Antworten von 596 weltweit tätigen Führungskräften im Bereich Unternehmens-IT, darunter Direktoren und Senior-Manager, die Softwarelösungen und IT-Infrastrukturstrategien verantworten.

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