Was 2026 die IT prägt – Perspektiven auf Teams, Tools und KI

Im Jahr 2026 steht die IT-Welt an einem Wendepunkt: Menschliche Faktoren, wirtschaftliche Realitäten und technologische Fortschritte treffen stärker aufeinander denn je. Während fehlende Zusammenarbeit und Wissenslücken innerhalb von Teams neue blinde Flecken schaffen, verändern gleichzeitig Marktbedingungen die Frage, ob Unternehmen eher in Tools oder in menschliches Know-how investieren sollten. Zugleich wird klar, dass erfolgreiche KI-Einführung nicht ohne tief verankertes Expertenwissen auskommt und Observability-Plattformen sich von reiner Anomalieerkennung hin zu echten Handlungsempfehlungen entwickeln. Die folgenden Perspektiven der Solarwinds-Global-Tech-Evangelists zeigen, wie IT-Organisationen diese Herausforderungen meistern und das volle Potenzial ihrer Teams und Technologien erschließen können.

Der menschliche Faktor: ITs größter blinder Fleck

Chrystal Taylor, Global Tech Evangelist, Solarwinds

Der größte blinde Fleck, den wir 2026 sehen werden, entsteht durch die fehlende Verbindung zwischen IT-Teams. Das Schuldzuweisungsspiel ist weiterhin weit verbreitet, und Teams nutzen nach wie vor unterschiedliche Tools mit voneinander getrennten Datensätzen, was eine vollständige Zusammenarbeit erschwert. Laut aktuellen Daten haben mehr als ein Drittel der DBAs (38 %) bereits in Erwägung gezogen, ihre derzeitige Rolle zu verlassen – der Hauptgrund dafür ist schlechtes Management.

Zusätzlich kann das Missverständnis darüber, was uns Observability-Tools eigentlich mitteilen, auftreten, wenn uns das notwendige Grundwissen fehlt, um die Informationen richtig zu verarbeiten. Wir sind zwar auf dem Weg zu menschenlesbaren Ausgaben, aber in der IT muss man dennoch die grundlegenden Konzepte verstehen – zum Beispiel, wie Systeme miteinander verbunden sind und gemeinsam auf ein größeres Ziel hinarbeiten, etwa wie die Datenbank zum Web-Erlebnis der Endnutzer beiträgt. Die Verbesserung unserer technischen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten ist entscheidend, um die blinden Flecken zu vermeiden, die durch solche Vorurteile und Spielchen entstehen.

IT-Investitionen 2026 neu denken: KI versus menschliches Talent

Solarwinds-Global-Tech-Evangelist Sascha Giese

Im Jahr 2026 werden wir einen deutlichen Wandel darin sehen, wie IT-Abteilungen ihre Budgets einsetzen. In der Vergangenheit waren Arbeitskräfte teuer, und gute Tools und Lösungen halfen, unterbesetzte Teams und fehlendes Fachwissen auszugleichen. Aufgrund globaler Herausforderungen und Marktveränderungen sind viele kritische Lösungen heute jedoch teurer als früher.

Gleichzeitig erleben wir massive Entlassungen in vielen Branchen, wodurch es deutlich einfacher geworden ist, talentierte Fachkräfte zu finden als noch vor einigen Jahren. Das führt zu einer Situation, in der es für Unternehmen wirtschaftlich sinnvoller sein kann, in Menschen zu investieren als in das neueste und beste Tool – besonders wenn man die Gesamtkosten von KI berücksichtigt.

Deep-Human-Experience: Der Schlüssel zur KI-Adoption im Jahr 2026

Kevin Kline, Global Tech Evangelist, Solarwinds

Im Jahr 2026 wird der Fokus stärker auf expertengestütztem Training liegen, um KI-Agenten erfolgreich einzuführen. Effektive KI erfordert tiefgehende menschliche Erfahrung, weshalb Unternehmen vermehrt Fachexperten (Subject Matter Experts, SMEs) einstellen müssen, um ihre Systeme zu trainieren. Dieser Ansatz, der sich bereits in Bereichen wie Recht und Radiologie bewährt hat – wo KI inzwischen die Qualität menschlicher Experten erreicht –, kommt nun auch in der IT und im Observability-Bereich an.

Die Integration von Expertenwissen in Observability-Plattformen wird bedeutende Fortschritte in Selbstdiagnose und Selbstheilung ermöglichen.

Die nächste Ära der IT: Von Anomalieerkennung zu umsetzbaren Erkenntnissen

Heutige IT-Landschaften sind komplexer und stärker voneinander abhängig als je zuvor. Die Analyse der gesamten IT-Umgebung als System miteinander verbundener Komponenten ist entscheidend, um Risiken, große Ausfälle und schlechte Kundenerlebnisse zu vermeiden.

Im Jahr 2026 werden sich Observability-Tools weiterentwickeln – weg von reiner Anomalieerkennung hin zu Antworten auf die wirklich entscheidenden Fragen von IT-Profis, wie: „Was sollte ich zuerst beheben?“

Wir treten in eine neue und spannende Ära des Enterprise-IT-Managements ein, in der Plattformen einen vollständigen und integrierten Workflow bieten – von Erkennung über Diagnose bis hin zu Behebung und Nachbearbeitung.

Was diese Entwicklungen für IT-Teams bedeuten

Insgesamt zeigen die unterschiedlichen Perspektiven, dass erfolgreiche IT-Arbeit im Jahr 2026 sowohl technisches Verständnis als auch eine bewusste Weiterentwicklung von Prozessen, Teams und Werkzeugen erfordert. Ob es um bessere Zusammenarbeit, gezielte Investitionen oder den sinnvollen Einsatz von KI geht, entscheidend ist, dass Menschen, Systeme und Strategien gut aufeinander abgestimmt sind. Unternehmen, denen dieser Ausgleich gelingt, können ihre IT-Umgebungen stabiler und effizienter betreiben und sich zugleich besser auf zukünftige Entwicklungen vorbereiten.

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