KI und digitale Zwillinge definieren die Zukunft der Luft- und Raumfahrt

Die Luft- und Raumfahrtindustrie steht vor einem fundamentalen Wandel, angetrieben von künstlicher Intelligenz (KI) und digitalen Technologien. Das zeigt eine aktuelle Studie von Tata Consultancy Services, einem weltweit führenden Anbieter von IT-Dienstleistungen, -Beratung und -Geschäftslösungen. Die „TCS Future-Ready Skies Study“ analysiert, wie sich die Branche auf eine zunehmend digitalisierte und KI-gestützte Zukunft in den Bereichen Fertigung, Wartung, Mobilität und Lieferketten vorbereitet.

Im Mittelpunkt: KI und digitale Zwillinge als Schlüsseltechnologien der Transformation. 38 Prozent der Befragten sehen KI für Echtzeit-Entscheidungen als größten Veränderungstreiber im Flugzeugbau bis 2035, gefolgt von digitalen Zwillingen (24 Prozent) und Robotik (19 Prozent). Befragt wurden 323 Führungskräfte aus der Luft- und Raumfahrt in Europa und Nordamerika, darunter Flugzeughersteller, Unternehmen im Bereich Advanced-Air-Mobility (AAM), MRO-Dienstleister (Wartung, Reparatur und Überholung) sowie Unternehmen für elektrisch betriebene Senkrechtstart- und -landeflugzeuge (electric Vertical Take-Off and Landing vehicles; kurz: eVTOL).

Automatisierung mit Augenmaß

Die Integration des Digital-Thread – des digitalen roten Fadens, der alle Daten eines Produkts über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg miteinander verknüpft – ist bereits weit fortgeschritten. 59 Prozent der Hersteller geben an, diesen teilweise eingeführt zu haben, während 10 Prozent bereits den vollständig vernetzten, datengesteuerten Rahmen etabliert haben. Im Durchschnitt erwarten die Befragten, dass innerhalb der nächsten 5 bis 7 Jahre 40 Prozent ihrer Fertigungsabläufe „Lights-out“ sein werden, also minimale menschliche Eingriffe erfordern. Dies unterstreicht eine hybride Zukunft, in der menschliche Beteiligung unerlässlich bleibt.

Eine vollständige Autonomie ist noch Zukunftsmusik: Lediglich 6 Prozent vertrauen KI bereits die durchgängige Überwachung des Betriebs an. Im MRO-Segment erwarten nur 2 Prozent der Führungskräfte bis 2030 vollständig autonome Prozesse von der Fehlererkennung bis zur Reparaturentscheidung. Dies unterstreicht den Handlungsbedarf, denn nur 5 Prozent der MRO-Anbieter halten ihre digitale Strategie für ausreichend skaliert. 80 Prozent von ihnen befürchten negative Auswirkungen wie höhere Betriebskosten und Umsatzeinbußen, falls die Skalierung in den nächsten drei Jahren scheitert.

Die Investition in digitale Grundlagen ist nicht nur eine Notwendigkeit, sondern zahlt sich auch aus: Über die Hälfte (51 Prozent) der MRO-Anbieter erwartet, dass sich ihre Investitionen innerhalb von fünf Jahren oder früher amortisieren, wobei 32 Prozent sogar in weniger als drei Jahren mit dem Return on Investment rechnen. Fast zwei Drittel (64 Prozent) sind überzeugt, dass sich eine vorausschauende, KI gestützte Wartung in diesem Zeitraum rentieren wird.

KI-Agenten als Überwacher der Lieferkette

Ein überraschendes Ergebnis der Studie: 63 Prozent der Befragten sind offen dafür, die Steuerung ihrer Lieferketten KI-gestützten Agenten zu überlassen. Dies deutet auf einen deutlichen Trend hin zu intelligenter Automatisierung hin und ist vor dem Hintergrund der aktuellen Schwachstellen in den Lieferketten besonders relevant. Denn weniger als ein Drittel der Luft- und Raumfahrtunternehmen (28 Prozent) kann aktuell die Beschaffung innerhalb von 30 Tagen nach einer größeren Störung bei einem Tier-1-Lieferanten umstellen.

Dynamisches Zukunftsfeld

Im wachsenden Sektor der Advanced-Air-Mobility, zu dem auch unbemannte Flugzeuge gehören, arbeiten bereits 70 Prozent der befragten Unternehmen am Aufbau kommerzieller Plattformen. Herausforderungen in Bezug auf Regulierung, Wirtschaftlichkeit und Infrastruktur werden schrittweise überwunden. Nur 34 Prozent der AAM-Unternehmen nannten die „öffentliche Akzeptanz“ als Hindernis für Dienste wie städtische Lufttaxis.

Anupam Singhal, President, Manufacturing bei TCS, betont: „Die Luft- und Raumfahrtindustrie erlebt eine entscheidende Phase ihrer Transformation. Unsere ‚Future-Ready Skies‘-Studie zeigt, dass KI die zentrale treibende Kraft für diesen Wandel sein wird. Die Vision ist praxisnah und zielt auf eine hybride Fertigungszukunft anstelle einer vollständigen Automatisierung. Die größten Herausforderungen sind die digitale Reife der Unternehmen und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten. TCS unterstützt Kunden dabei, robuste Digital-Threads und agile Abläufe zu entwickeln, um den Sektor zukunftsfähig zu machen.“

Info: Die gesamte Studie lässt sich hier herunterladen:

https://wpp.ent.box.com/s/0ba5btscpw812v3o7wt55tw2rvtmrhgk/file/1982644072351

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