
Die Art und Weise, wie Unternehmen agieren, Daten nutzen und technologische Infrastrukturen steuern, befindet sich in einem rasanten, exponentiellen Wandel. Genau hier setzte die „DXC Xponential Exchange 2026“ an. Als eines der bedeutendsten Executive-Events für Wirtschaft und Technologie in Mittel-, Nord- und Osteuropa brachte das von DXC Technology organisierte Flaggschiff-Event hochkarätige Entscheidungsträger, Branchenexperten und führende Technologiepartner in Berlin zusammen.
DXC Technology agiert weltweit als ein führender IT-Dienstleister und Transformationspartner. Das Unternehmen unterstützt globale Konzerne und Organisationen des öffentlichen Sektors dabei, geschäftskritische IT-Landschaften zu modernisieren, abzusichern und zu betreiben. Mit tiefgreifender Expertise in Bereichen wie Managed-Infrastructure-Services, Application-Modernization und branchenspezifischen Softwarelösungen hilft DXC Unternehmen dabei, die Möglichkeiten moderner künstlicher Intelligenz (KI) gezielt zu nutzen, um in Zeiten rasanter Veränderungen messbare Geschäftsergebnisse zu erzielen.
Die „Xponential Exchange 2026“ fand vom 5. bis 6. Oktober 2026 in Berlin statt. Im Mittelpunkt standen praxisnahe Einblicke, strategische Diskussionsrunden und ein intensiver Peer-to-Peer-Austausch rund um die Themen Leadership, Innovation und Enterprise-KI. Das Event bot eine exklusive Plattform, um den Bogen von der strategischen Vision bis hin zur konkreten Umsetzung im operativen Geschäft zu spannen.
Enterprise-Innovation neu gedacht: Agilität, Experimentierkultur und das DXC-LabX
Eine wichtige Voraussetzung, um den Nutzen der KI voll auszuschöpfen, liegt nach Ansicht von Holly Grant, President AI Innovation and Strategy bei DXC LabX darin, neue Unternehmenskulturen zu entwickeln. Selbst in etablierten Großkonzernen wird es künftig darum gehen, echte Startup-Dynamiken und Innovationskraft zu etablieren. Invention und Innovation beginnen bei präzisen Hypothesen über Kundenbedürfnisse und deren frühzeitiger Validierung im direkten Kundenaustausch für Echtzeit-Feedback. Ziel von Experimenten ist es nicht, von Anfang an richtig zu liegen, sondern die eigene Lerngeschwindigkeit zu maximieren.
Künstliche Intelligenz fungiert in diesem Prozess als mächtiger Katalysator. Menschen definieren Hypothesen und entscheiden, was es sich umzusetzen lohnt, während KI den Experimentierhorizont dramatisch erweitert, um Kundenwünsche schneller zu bedienen.
In großen Unternehmen sind klassische Jahresplanungszyklen für Innovationen allerdings ungeeignet. Erforderlich sind stattdessen geschützte Räume mit eigenem Executive-Sponsorship, kürzeren Planungszyklen sowie flexiblen Finanzierungsmodellen, bei denen anfänglich nur kleine Beträge zur Validierung fließen und weitere Mittel erst bei nachgewiesenem Kundennutzen freigegeben werden.
Um zarte Innovationskeime vor dem Untergang im großen Bestandsgeschäft zu schützen, setzt DXC auf den unternehmenseigenen Innovationshub LabX, in dem in kurzen 90-Tage-Zyklen gearbeitet wird. Statt auf eine hundertprozentige Erfolgsquote zu pochen, braucht es einen Portfolio-Ansatz: Wenn von zehn Experimenten am Ende eines den echten Durchbruch bringt, ist dies der Schlüssel zum Erfolg – wobei das Scheitern einzelner Versuche als wertvoller Lernprozess toleriert werden muss.
Digitale Souveränität im Fokus: Zwischen geopolitischem Wandel und pragmatischer Umsetzung
Für Carsten Mieth, Chief Commercial Officer bei DXC Technology, bildet die digitale Souveränität bei der Cloud- und KI-Infrastruktur eine zu lösende Aufgabe. Maßgeblich für den starken Trend zu souveränen Architekturen ist erstens die veränderte geopolitische Lage, die aufzeigt, wie stark man sich in der Vergangenheit in Abhängigkeiten begeben hat. Zweitens stellt Souveränität eine enorme wirtschaftliche Chance für regionale Anbieter dar, und drittens sorgt eine zunehmend greifende Regulierung – wie der EU-AI-Act – dafür, dass sich Organisationen intensiv mit dem Thema auseinandersetzen müssen und schlichtweg nicht mehr daran vorbeikommen.
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Eine absolute, vollständige Autarkie (Definition Level 4 mit rein lokaler Infrastruktur und Komponenten auf nationalem Boden) ist heutzutage kaum noch fehlerfrei umsetzbar. Stattdessen geht es um eine schlüssige Abwägung: Was ist tatsächlich kritisch, und wofür soll die Technologie eingesetzt werden? Mithilfe fundierter Analysen und Consulting-Ansätze wird definiert, welche Daten primär lokal geschützt werden müssen und wo es geschäftlich unkritisch ist, ob Daten auf internationalen Servern liegen.
Das Zusammenspiel aus Betreibern und Integrationspartnern (wie DXC als Dienstleister), lokalen Rechenzentrumsbetreibern (für das Hosting) und starken Softwarepartnern (für souveräne Technologie-Stacks) erfordert saubere Playbooks, um Schnittstellen und Verantwortlichkeiten exakt zu regeln. Während das Thema Souveränität und komplexe Sicherheitsarchitekturen in der Vergangenheit vor allem von großen DAX-Konzernen gespielt wurde, rückt es nun verstärkt in den Fokus des gehobenen Mittelstands (Tier-2-Bereich mit Umsätzen zwischen 500 Millionen und zwei Milliarden Euro), wodurch spannende neue Geschäftsfelder entstehen.
Einerseits verlangt der Regulierungsansatz nach strengen Regeln für den „Wahrheitsgehalt“ und die Ergebnisse von KI-Modellen. Andererseits eröffnet KI enorme Chancen zur Effizienzsteigerung und Beschleunigung von Innovationen, sodass Unternehmen stets die Balance zwischen Risikominimierung und zukunftsweisender Technologie-Einführung wahren müssen.
Einblicke in die Praxis – Kernstatements von Branchenexperten auf der Xponential-Exchange
Ein zentraler Bestandteil der Begleitung im Vorfeld und während der Veranstaltung waren Statements verschiedener Branchenexperten und Führungskräfte. Sie beleuchteten die unterschiedlichen Facetten von künstlicher Intelligenz, Automatisierung, Datenarchitektur, Cybersecurity und souveräner Infrastruktur.
Mirko Ross Founder & CEO von Asvin widmete sich einer Bestandsaufnahme zur Cybersicherheit im Zeitalter autonomer Agenten. Wenn Unternehmen immer mehr Verantwortung an Maschinen und autonome KI-Systeme übertragen, entsteht eine fundamentale Sicherheitsfrage: Wie lässt sich der Überblick darüber behalten, was KI-Agenten im Einzelnen tun?
Dazu muss mit modernen Tools wie CTI HORIZON™ kontinuierlich überwacht werden, ob KI-Agenten noch regulär agieren oder bereits aus ihren vorgegebenen Regeln ausbrechen. Angreifer nutzen KI massiv, um Attacken zu automatisieren und zu skalieren. Folglich muss die Verteidigung ebenfalls auf autonome KI-Systeme setzen. Dies erfordert ein Umdenken bei Tools, Analytics und den beteiligten Sicherheitsorganisationen.
Den kulturellen und technologischen Wandel, den Industrieunternehmen vollziehen müssen, um aus einzelnen KI-Projekten eine echte datengetriebene Organisation zu formen, beleuchtete Christoph Lieth, Senior Program Manager Digitalization bei Deutz. Ähnlich wie ChatGPT im Konsumentenbereich eine breite Akzeptanz geschaffen hat, so sein Rat, müssen im Unternehmen die Mitarbeiter in den Fachabteilungen befähigt und verantwortlich gemacht werden.
Teams müssen Daten als marktfähige „Datenprodukte“ begreifen, hohe Datenqualität sicherstellen und abteilungsübergreifend kooperieren. Neben manuellen Aufwänden bei der Datenqualität stellt die Harmonisierung von über 100 verteilten Subsystemen das entscheidende Fundament für künftige agentische Plattformen dar.
Amin Amini, Co-Founder und CEO von LOX, widmete sich der Frage, wie autonome Fahrzeuge von erfolgreichen Pilotprojekten zu einem skalierbaren Bestandteil operativer Unternehmensprozesse werden. Neben der Serienproduktion angepasster Fahrzeuge ist die behördliche Typgenehmigung im europäischen Rahmen ein zentraler Meilenstein.
Die Einbindung in bestehende Flotten und das smarte Routing von konventionellen und autonomen Aufträgen erfordert eine passgenaue Steuerung, so Amini. Der Haupttreiber ist die Steigerung der betrieblichen Effizienz pro Fahrt, ergänzt durch eine signifikante Reduzierung des CO2-Ausstoßes.
KI-Anwendungsbereiche, Governance und der Mensch im Mittelpunkt
Christoph Lößnitz, VP IT Operations bei der Zeiss Group, beleuchtete vier Kernbereiche des KI-Einsatzes bei Zeiss sowie die Bedeutung von Governance. KI unterstützt beispielsweise stark in Medizintechnik- und SMT-Produkten sowie bei der Beschleunigung von R&D-Entwicklungsprozessen. Zudem hilft KI dabei, aus großen strukturierten und unstrukturierten Datenmengen verborgenes Wissen zu erschließen. In der IT-Automatisierung bringt der Einsatz effizientere Lösungen und unterstützt maßgeblich z.B. Toot Cause Analysen (RCAs). Die Grundvoraussetzung sind allerdings gute Daten. Flankierend braucht es eine strenge AI-Security und -Governance, wobei der Mensch als kontrollierender Faktor („Human in the Loop“) stets im Prozess verankert bleibt.
Einen Blick auf den nächsten großen Evolutionsschritt der Unternehmens-KI warf Dr. Marcus Hacke, Director Marketing & Products Business, Vodafone Deutschland. Während generative KI bislang vor allem Antworten, Vorschläge, Analysen oder Präsentationen liefert, besteht der nächste Schritt darin, dass KI handlungsfähig wird. Dabei muss zwischen teilautonomen und vollautonomen Handlungen differenziert werden.
Unternehmen können zwar Handlungsoptionen an KI übertragen, aber nicht ihre unternehmerische Verantwortung delegieren. Hacke zog hierfür einen treffenden Vergleich: Man darf der KI keine unbeschränkte „Bankvollmacht“ ausstellen, sondern muss ihr eher ein kontrolliertes „Kreditlimit“ mit klaren Leitplanken und Governance-Strukturen geben. Zukünftig entscheidet nicht primär die reine Rechenleistung oder das neuere Basismodell über den Erfolg, sondern die Investition in den sogenannten Control Layer.
Die „DXC Xponential Exchange 2026“ hat untermauert, dass der strategische Ausbau einer souveränen europäischen Cloud- und KI-Infrastruktur – getrieben durch geopolitische Faktoren, wirtschaftliche Potenziale und Regulierungen wie den AI-Act – Hand in Hand gehen muss mit dem Übergang zu agentischer, handlungsfähiger KI. Ob in der Telekommunikation, der Automobil- und Industrietechnik oder im gehobenen Mittelstand – der Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie Unternehmen durch smarte Control-Layer, stringente AI-Governance und pragmatische Analysen die Balance zwischen technologischer Unabhängigkeit, Autonomie und menschlicher Verantwortung wahren. Das Event in Berlin bot hierfür das perfekte Forum.
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