Extreme Networks hat seine Pläne für „On-Prem Enterprise-KI“ vorgestellt. Mit Extreme-Exchange-Zones sollen Unternehmen KI-Anwendungen in ihrer eigenen Infrastruktur betreiben und selbst festlegen können, welche Anforderungen an Datensouveränität und Kontrolle erfüllt werden müssen. Dieselben KI-Anwendungen lassen sich lokal und in der Cloud ausführen – dort, wo Daten entstehen und Workloads anfallen. Unternehmen behalten dabei die volle Kontrolle darüber, wo ihre Daten gespeichert und verarbeitet werden.
Unternehmen werden zudem Rechenressourcen bündeln können, um KI-Anwendungen und Plug-ins auszuführen. Dazu gehören auch ungenutzte Kapazitäten auf bereits installierten Access-Points und Switches von Extreme in Niederlassungen, Filialen und anderen verteilten Standorten. Die allgemeine Verfügbarkeit von Extreme-Exchange-Zones ist für die erste Hälfte des Kalenderjahres 2027 geplant.
So funktioniert Extreme-Exchange-Zones
Die Lösungen von Extreme erzeugen hochfrequente Betriebsdaten, die weit über das Netzwerkmanagement hinaus wertvoll sind – etwa für Sicherheit, Geschäftsabläufe und Logistik. Extreme-Exchange-Zones soll diese Daten lokal verfügbar machen und damit Anwendungsfälle ermöglichen, die reine Cloud-Architekturen bislang nicht unterstützen können.
Extreme-Exchange-Zones nutzt eine Extreme-Universal-Compute-Platform oder einen geeigneten kundeneigenen Server und bindet zusätzlich freie Rechenkapazitäten von Access-Points und Switches ein. Workloads werden automatisch so verteilt, dass sie die vom Kunden festgelegten Anforderungen an Latenz, Datenresidenz und Ausfallsicherheit erfüllen. KI-Modelle werden standardmäßig lokal ausgeführt. Inferenz in der Cloud ist nur zulässig, wenn die Richtlinien des Kunden dies erlauben. Jede Nutzung wird protokolliert.
Datensouveränität. Ausfallsicherheit. Kosteneffizienz.
Die Cloud-Infrastruktur ist für viele KI-Workloads die richtige Wahl – aber nicht für alle. Manche Anwendungen können sich die Latenzzeiten einer Datenübertragung in die Cloud und zurück nicht leisten. Andere erzeugen so große Datenmengen, dass deren Übertragung wirtschaftlich nicht sinnvoll ist. Hinzu kommt, dass regulierte Branchen und Unternehmen mit dezentralen Betriebsstrukturen häufig eine strengere Kontrolle darüber benötigen, wo ihre KI-Anwendungen ausgeführt werden. Extreme-Exchange-Zones soll diese Lücke schließen, indem Exchange-Anwendungen und die zugehörigen Modelle innerhalb einer vom Kunden kontrollierten Umgebung ausgeführt werden. Die wichtigsten Vorteile im Überblick:
- Datensouveränität: Gesetzliche Vorgaben und interne Richtlinien verlangen häufig, dass sensible Workloads in der eigenen Infrastruktur verbleiben. Extreme-Exchange-Zones soll KI-Inferenz lokal ausführen. Extreme-Exchange-Zones ist dabei einem einzelnen Standort in einem Land zugeordnet. Dank umfassender Transparenz über Datenresidenz, Modellnutzung und Datenlebenszyklusmanagement kann genau nachvollzogen werden, welche Daten lokal geblieben sind, welche die definierten Grenzen überschritten haben und warum sowie welches KI-Modell jeweils vor Ort eingesetzt wurde.
- Ausfallsicherheit und lokale Verarbeitung: Kritische Geschäftsabläufe müssen auch bei Cloud-Ausfällen weiterlaufen. Extreme-Exchange-Zones soll zeitkritische KI-Anwendungen lokal ausführen, damit Filialen, Lager und verteilte Standorte auch bei eingeschränkter Verbindung betriebsfähig bleiben.
- Kosteneffizienz: Die Übertragung großer Datenmengen in die Cloud verursacht Kosten für Transport, Speicherung und wiederkehrende Inferenzprozesse. Durch die Nutzung bereits vorhandener Rechenressourcen kann Extreme-Exchange-Zones den Umfang von Datenübertragungen sowie die Kosten für Cloud-Inferenz bei besonders relevanten Workloads reduzieren.
Extreme-Exchange-Zones ist Teil des Enterprise-Stacks von Extreme, der aus fünf integrierten Komponenten besteht:
- Netzwerkinfrastruktur, in der Daten entstehen und bereits Rechenleistung vorhanden ist.
- Extreme-Platform-ONE für einheitliches Management und Sicherheit.
- Extreme.AI als zentrale KI-Komponente.
- Extreme-Agent-ONE als Schnittstelle für im Hintergrund arbeitende und autonom handelnde KI.
- Extreme-Exchange zur Erweiterung um zusätzliche KI-Funktionen und Anwendungen.
Zusammen bilden diese Komponenten die Grundlage für den Einsatz von KI im gesamten Unternehmen.
Brandon Butler, Senior Research Manager, Networking and Infrastructure Services bei IDC: „KI wird zunehmend an den verteilten Standorten eingesetzt, an denen Unternehmensdaten entstehen. Unternehmen müssen KI-Anwendungen deshalb lokal betreiben können, um Anforderungen an die Datensouveränität zu erfüllen und die Kosten für Inferenzprozesse zu kontrollieren. Viele KI-Marktplätze setzen jedoch weiterhin ausschließlich auf die Cloud. Exchange-Zones verfolgt einen innovativen Ansatz: Ein Marktplatz für KI-Anwendungen wird direkt in die Infrastruktur des Kunden gebracht. Ungenutzte Kapazitäten der vorhandenen Netzwerkinfrastruktur sollen dabei helfen, Daten lokal zu halten.“
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