Das Zscaler-ThreatLabz-Team warnt vor der aktiven Ausnutzung von zwei kritischen PHP-Schwachstellen (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619), die unauthentifizierte Remote-Code-Execution (RCE) ermöglichen. Da PHP das Rückgrat unzähliger internetseitiger Web-Infrastrukturen bildet, besteht eine große Angriffsfläche für Unternehmen weltweit. Hinzu kommt, dass Bedrohungsakteure zunehmend lünstliche Intelligenz einsetzen, um Schwachstellen schneller zu finden und automatisierte Angriffe zu koordinieren.
Agentic-AI als Katalysator für Cyberangriffe
Die Entdeckung und Ausnutzung von Schwachstellen wird durch KI massiv beschleunigt. Aktuelle Analysen von ThreatLabz zeigen, dass Cyberkriminelle gezielt KI-Tools für ihre Operationen missbrauchen. So setzen Angreifer beispielsweise das Open-Source-KI-Tool „ARTEX“ ein, um Reconnaissance (Aufklärung) und Exploitation-Workflows gegen globale Ziele – unter anderem in Japan, Südkorea und Kanada – zu unterstützen. Diese Aktivitäten verdeutlichen, wie agentenbasierte KI Angreifern dabei hilft, komplexe Aufgaben zu orchestrieren, Ergebnisse zu validieren und den Kontext über verschiedene Angriffsphasen hinweg aufrechtzuerhalten.
Handlungsempfehlungen für IT-Sicherheitsverantwortliche
Um sich gegen diese hochgradig automatisierten und kritischen Bedrohungen abzusichern, empfiehlt Zscaler folgende praxisnahe Sofortmaßnahmen:
- Identifikation und Priorisierung: Alle internetseitigen PHP-Assets müssen umgehend identifiziert und auf ihre Verwundbarkeit geprüft werden. Das Patching oder die Mitigierung exponierter Systeme sollte höchste Priorität haben.
- Reduzierung der Angriffsfläche: Die von außen sichtbare und erreichbare Angriffsfläche auf Unternehmensinfrastrukturen sollte wo immer möglich durch eine Zero-Trust-Architektur minimiert werden.
- Einsatz von Deception-Technologie: Um agentenbasierte KI-Angriffe frühzeitig zu erkennen und einzudämmen, können Täuschungstechniken (Deception) in die Sicherheitsstrategie integriert werden. Dadurch lässt sich schnell erkennen, ob sich Angreifer im System bewegen.
- Agentic-Exposure-Management: Ausnutzbare Schwachstellen in der Umgebung müssen durch kontinuierliches, agentenbasiertes Exposure Management proaktiv aufgespürt und behoben werden.
- Zero-Trust und Segmentierung: Die strikte Anwendung von Zero-Trust-Prinzipien und Netzwerksegmentierung ist essenziell, um den potenziellen Schadensradius eines Vorfalls strikt zu begrenzen.
- KI-Red-Teaming: Eigene KI-gestützte Red Teaming-Übungen helfen dabei, die bestehenden Abwehrmaßnahmen gegen moderne KI-Angriffs-Workflows gezielt auf die Probe zu stellen.
„Künstliche Intelligenz beschleunigt sowohl die Entdeckung als auch die Ausnutzung von Schwachstellen massiv“, sagt Deepen Desai, Executive VP of Cybersecurity bei Zscaler. „Es gibt zwei aktuelle Beispiele, denen alle IT-Sicherheitsverantwortlichen Beachtung schenken sollten. Dazu zählt das KI-gestützte Targeting mit ARTEX, das zeigt, wie Agentic-AI Angreifern bei der Koordination von Angriffen hilft. Zweitens werden aktuell zwei kritische PHP-Schwachstellen in freier Wildbahn ausgenutzt. Angesichts der breiten Nutzung von PHP in internetseitigen Web-Infrastrukturen müssen Organisationen dies als akute Bedrohung und als unbedingte Patching-Priorität behandeln.“











