Die it-sa in Nürnberg ist für IT-Verantwortliche, CISOs, Security-Teams und Entscheider eine Gelegenheit, Sicherheitsstrategien und konkrete Lösungen auf den Prüfstand zu stellen. 2026 geht es dabei nicht mehr nur darum, bekannte Angriffswege zu blockieren. Unternehmen müssen zunehmend auch den Einsatz von KI absichern, Zugriffsrechte kontrollieren, ihre digitale Souveränität bewerten und sicherstellen, dass sie nach einem erfolgreichen Angriff tatsächlich wieder arbeitsfähig werden. Netzpalaver hat Experten der Branche befragt „Was sollen die Besucher in diesem Jahr währen der Sicherheitsmesse it-sa auf dem Radar haben und warum?. Ihre Antworten hat Netzpalaver in Video-Statements aufbereitet.
Für Besucher lohnt es sich, nicht nur nach neuen Sicherheitsprodukten Ausschau zu halten, sondern vor allem nach Antworten auf fünf zentrale Fragen: Wie kontrollieren wir KI-Agenten? Wie verhindern wir Identitätsmissbrauch? Wie behalten wir die Kontrolle über unsere Daten? Wie schützen wir unsere Infrastruktur? Und wie stellen wir den Betrieb nach einem Angriff wieder her?
Statement von Eileen Walther, General Managerin DACH von Northwave
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KI-Agenten und Shadow AI: Wer kontrolliert die Aktionen der KI?
KI-Systeme entwickeln sich von reinen Assistenzwerkzeugen zu Agenten, die Anwendungen bedienen, Informationen abrufen und Aktionen auslösen können. Damit entstehen neue Risiken: Ein Agent kann zu weitreichende Berechtigungen erhalten, manipulierte Inhalte verarbeiten oder vertrauliche Informationen weitergeben. Parallel nutzen Mitarbeiter KI-Dienste, ohne dass die IT-Abteilung davon weiß.
Statement von Jens Tintrup, Geschäftsführer bei sector27 GmbH
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Worauf Besucher der it-sa achten sollten:
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Lösungen zur Erkennung und Kontrolle nicht genehmigter KI-Dienste.
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Laufzeitkontrollen für KI-Agenten, einschließlich Berechtigungsprüfung und Begrenzung ihrer Aktionen.
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Schutz vor Prompt-Injection, Datenabfluss und missbräuchlicher Nutzung von Schnittstellen wie MCP.
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Sicherheitskonzepte, die nicht nur Modelle, sondern auch Datenzugriffe, Werkzeuge und Ergebnisse kontrollieren.
Die entscheidende Frage am Messestand: Kann die Lösung tatsächlich verhindern, dass ein KI-Agent eine unzulässige Aktion ausführt – oder protokolliert sie lediglich, was bereits geschehen ist?
Identitätssicherheit: Phishing wird zum Problem der gesamten Zugriffskette
Statement von Patrick Fetter, Lead Sales Engineer and Cyber Security Evangelist, Office of the CTO bei Check Point Software
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Worauf Besucher der it-sa achten sollten:
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Phishing-resistente Mehr-Faktor-Authentifizierung und passwortlose Verfahren.
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Identity-Threat-Detection und die Erkennung ungewöhnlicher Anmelde- und Zugriffsaktivitäten.
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Zero-Trust-Konzepte mit kontextabhängigen Zugriffsentscheidungen.
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Schutz privilegierter Konten und nicht-menschlicher Identitäten, etwa von Servicekonten und KI-Agenten.
Die entscheidende Frage: Erkennt die Sicherheitsarchitektur auch den Missbrauch einer bereits authentifizierten Sitzung – und kann sie den Zugriff unmittelbar einschränken?
Cyberresilienz: Was passiert, wenn die Prävention versagt?
Statement von Oliver Keizers, Country Manager DACH bei Horizon3
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Worauf Besucher der it-sa achten sollten:
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Unveränderbare und logisch oder physisch isolierte Backup-Kopien.
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Schutz der Backup-Infrastruktur vor kompromittierten Administrationskonten.
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Regelmäßige, nachweisbare Restore-Tests und Wiederanlaufpläne.
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Cleanroom-Recovery, also die Wiederherstellung in einer kontrollierten Umgebung, in der kompromittierte Systeme zunächst untersucht werden können.
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Messbare Wiederherstellungsziele für kritische Anwendungen und Daten.
Die entscheidende Frage: Kann das Unternehmen nach einem Ransomware-Angriff nicht nur Daten zurückspielen, sondern einen vertrauenswürdigen und funktionsfähigen Geschäftsbetrieb wiederherstellen?
Digitale Souveränität und NIS2: Kontrolle statt bloßer Compliance
Statement von Sascha Riedinger, Territory Sales Manager bei WatchGuard Technologies
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Worauf Besucher der it-sa achten sollten:
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Cloud- und Sicherheitsarchitekturen mit transparenten Betriebs- und Zugriffsmodellen.
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Kontrolle über Verschlüsselungsschlüssel, privilegierte Zugriffe und sensible Daten.
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Nachweisbare Sicherheitsprozesse für Risikomanagement, Incident-Response und Lieferketten.
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Exit-Strategien, Datenportabilität und die Möglichkeit, kritische Dienste bei Bedarf zu wechseln.
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Lösungen, die regulatorische Anforderungen in konkrete technische und organisatorische Maßnahmen übersetzen.
Die entscheidende Frage: Bleibt das Unternehmen im Krisenfall tatsächlich handlungsfähig, oder ist es von einem Anbieter, dessen Infrastruktur oder dessen Schlüsselverwaltung abhängig?
OT-Security und kritische Infrastrukturen: IT-Sicherheit muss die Produktion erreichen
Worauf Besucher der it-sa achten sollten:
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Transparenz über industrielle Assets, Kommunikationswege und Anlagenabhängigkeiten.
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Netzwerksegmentierung und Zero-Trust-Zugriffe zwischen IT und OT.
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Erkennung von Angriffen, ohne zeitkritische Produktionsprozesse zu gefährden.
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Sicherheitskonzepte für ältere Anlagen, die sich nicht ohne Weiteres aktualisieren lassen.
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Praktische Unterstützung bei NIS-2, dem Cyber-Resilience-Act (CRA) und relevanten industriellen Sicherheitsstandards.
Die entscheidende Frage: Kann die Lösung industrielle Systeme schützen, ohne die Verfügbarkeit und Sicherheit der Produktion zu beeinträchtigen?
So holen Besucher mehr aus der it-sa 2026 heraus
Die it-sa Expo&Congress findet vom 27. bis 29. Oktober 2026 im Messezentrum Nürnberg statt. Der Veranstalter erwartet erstmals mehr als 1.000 Aussteller in fünf Hallen. Das Fachprogramm umfasst mehr als 400 Beiträge.
Die Checkliste für den Messebesuch
Fazit: Nicht die Anzahl der Security-Tools entscheidet
Die zentrale Herausforderung für Unternehmen besteht 2026 darin, Sicherheitsmaßnahmen zu einem funktionierenden Gesamtkonzept zusammenzuführen. KI-Sicherheit, Identitätsmanagement, Cloud-Kontrolle, OT-Security und Wiederherstellungsfähigkeit sind keine isolierten Disziplinen. Sie greifen ineinander und müssen gemeinsam betrachtet werden.
Besucher sollten deshalb vor allem Lösungen hinterfragen, die ihre Wirksamkeit im praktischen Betrieb nachweisen können. Entscheidend ist nicht, wie viele Funktionen ein Produkt bietet, sondern ob es Risiken tatsächlich reduziert, sich in bestehende Architekturen integrieren lässt und im Ernstfall eine schnelle, kontrollierte Reaktion ermöglicht.










