Jedes zweite deutsche Unternehmen verzeichnet Angriffe auf cyberphysische Systeme

58 Prozent der Unternehmen weltweit (53 % in Deutschland) erlitten in den letzten zwölf Monaten Attacken auf ihre cyberphysischen Systeme wie IoT- und OT-Devices, industrielle Steuerungen, Systeme zur Gebäudeautomation oder medizinische Geräte. Zudem wird künstliche Intelligenz zunehmend auch in operativen Umgebungen eingesetzt. Während dies weltweit in fast Dreiviertel der Unternehmen (70 %) der Fall ist, zeigen sich deutsche Firmen hier wesentlich zurückhaltender (56 %). Dies sind zwei der Ergebnisse des neuen Reports „The Global State of Operational Security 2026: Protecting Operations Evolves as a Core Business Capability“ von Claroty, Spezialist für die Sicherheit von cyberphysischen Systemen (CPS).


Störungen in Betriebsumgebungen gefährden die Geschäftskontinuität

Die Umfrage verdeutlicht, dass Cybervorfälle, die sich auf kritische Infrastrukturen auswirken, erhebliche Folgen für die wirtschaftliche Stabilität eines Unternehmens haben:

  • Die häufigsten Auswirkungen von Cybervorfällen bei deutschen Unternehmen waren: Betriebsausfälle (53 % gegenüber 42 % weltweit), Gefährdungen der physischen Sicherheit (safety) (43 % gegenüber 40 % weltweit) sowie finanzielle Einbußen (29 % gegenüber 35 % weltweit).
  • Der durchschnittliche finanzielle Schaden für deutsche Unternehmen durch Angriffe belief sich auf rund 1,1 Millionen Euro, wobei 10 Prozent der Betroffenen einen Schaden von mindestens 4,5 Millionen Euro erlitten haben.
  • Die Mehrzahl (52 %) der befragten deutschen Unternehmen berichtet von einer Ausfallzeit zwischen fünf und 23 Stunden.
  • Der Fernzugriff erhöht ebenfalls das Cyberrisiko: So verzeichneten drei von vier deutschen Unternehmen (76 %) einen Vorfall, der über remote third party access entstand. Diese Verbindungen werden von 47 Prozent nicht oder nur teilweise überwacht.
  • Trotz der potenziell erheblichen betrieblichen und finanziellen Auswirkungen sind IT- und OT-Sicherheit nach wie vor fragmentiert. Lediglich 11 Prozent der Unternehmen in Deutschland haben die Governance und das Risikomanagement für IT und CPS vollständig integriert.

 

Nachholbedarf beim Einsatz von KI

Weltweit wird künstliche Intelligenz immer häufiger zur Effizienzsteigerung auch im Bereich der cyberphysischen Systeme eingesetzt, während deutsche Unternehmen hier etwas zurückhaltender sind:

  • In gut jedem zweiten deutschen Unternehmen (56 %) wird KI in operativen Umgebungen eingesetzt (weltweit liegt der Anteil deutlich höher bei 70 %). Zudem ist KI für 58 Prozent eine grundlegende Anforderung für Cybersicherheitslösungen (weltweit 71 %).
  • Für 25 Prozent der deutschen Unternehmen (weltweit 30 %) sind effektiver Einsatz von KI, Automatisierung und fortschrittlichen Analysemethoden ein entscheidender Erfolgsfaktor für die digitale Transformation.
  • Der Einsatz von KI hat dabei vor allem die betriebliche Effizienz (43 % gegenüber 48 % weltweit) und die Entscheidungsfindung (39 % gegenüber 46 % weltweit) verbessert. Für ein Viertel der deutschen Unternehmen (27 %) erschlossen sich zudem neue Geschäftsmodelle (weltweit 37 %).
Thorsten Eckert, Regional Vice President Sales Central von Claroty

„Immer mehr Unternehmen erkennen, dass sie angesichts der steigenden Bedrohungen durch KI sowie der angespannten geopolitischen Lage auch ihre cyber-physischen Systeme widerstandsfähig machen müssen“, erklärt Thorsten Eckert, Regional Vice President Sales Central von Claroty. „Dies erfordert ein Umdenken: weg vom traditionellen, auf Assets ausgerichteten Ansatz hin zu einer ganzheitlichen, auf die operative Resilienz ausgerichteten Sicherheitsstrategie. Hierfür bilden die Konvergenz von IT- und OT-Governance, der Schutz des Fernzugriffs sowie die sichere Einführung von KI die Grundlage, um auch in Zukunft die Sicherheit und Verfügbarkeit der Betriebsumgebungen zu gewährleisten.“

#Claroty