
Google hat auf der Veranstaltung „Gemini at Work 2026″ mit Gemini-Agent einen universellen Arbeitsagenten für Unternehmen vorgestellt. Er soll neben Google-Workspace auch in Microsoft-365 und Slack zum Einsatz kommen. Kernstück sind sogenannte Coworker-Agenten: Sie erhalten ein eigenes Konto samt E-Mail-Adresse, Kalender und Drive-Speicher, handeln unter einer eigenen Identität und sehen nur die Inhalte, die Kollegen mit ihnen teilen. Zusätzlich können sie Unteragenten einsetzen, die Aufgaben über Stunden oder Tage selbstständig erledigen. Der Agent befindet sich derzeit in der privaten Vorschau. Damit wächst die Zahl der KI-Agenten in Unternehmen weiter, und mit ihr die Frage, wie sich deren Zugriffe kontrollieren lassen. Andrea Sivieri, Chief Product and Technology Officer von Coreview, ordnet die Ankündigung ein:
„Die neuen Gemini-Agenten von Google reihen sich in die wachsende Zahl von Coworking-Agenten ein, die in Unternehmen Einzug halten. Obwohl sie als nützliche Begleiter konzipiert sind, sollten sie als etwas undurchsichtige Kollegen betrachtet werden.
Einem Agenten eine eigene Identität zuzuweisen, ist ein sinnvoller Schritt. Ebenso wie die Einschränkung, dass er nur auf Inhalte zugreifen darf, die Kollegen freigeben. Doch diese Maßnahmen allein reichen als Sicherheitsvorkehrung nicht aus. Wenn Gemini-Agenten in die Microsoft-Umgebung gelangen, besteht die Gefahr, dass sie außer Kontrolle geraten. Deshalb ist es unerlässlich, dass Unternehmen genau wissen, worauf ihre Agenten zugreifen, was sie ändern und was sie weitergeben dürfen.
Die Gefahr ist größer als die, die von einem menschlichen Mitarbeitenden mit zu weit gefasstem Zugriff ausgeht. Ein Agent mit Administratorrechten kann Berechtigungen ändern, Sicherheitskontrollen schwächen oder sogar sensible Informationen in einer gesamten Microsoft-365-Umgebung offenlegen, bevor es jemand bemerkt. Ein einziger Fehler kann so schnell zu einem unternehmensweiten Sicherheitsvorfall führen.
KI-Agenten werden zunehmend Teil der Belegschaft. Deshalb müssen sie Unternehmen entsprechend kontrollieren: mit klaren Zugriffsgrenzen, kontinuierlicher Transparenz und einem Audit-Trail für jede Aktion.“
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