Um Kryptowährungen und sensible Daten vor Bedrohungen durch Quantencomputer zu schützen, mahnt Europol zu frühzeitigem Handeln

Europol mahnt zu frühzeitigem Handeln, um Kryptowährungen und sensible Daten vor Bedrohungen durch Quantencomputer zu schützen. Dazu veröffentlichte Europol zwei Berichte zu den sicherheitspolitischen Herausforderungen des Quantencomputings und ruft Organisationen, politische Entscheidungsträger und die Kryptowährungsbranche dazu auf, jetzt mit den Vorbereitungen zu beginnen. Ein Kommentar von Adam Everspaugh, Cryptography Advisor bei Keeper Security.

„Im Bericht von Europol zum Thema Quantencomputing werden keine eindeutigen Hinweise aufgezeigt, dass Angriffe nach dem Prinzip „Jetzt sammeln, später entschlüsseln“ derzeit in großem Umfang stattfinden. Dennoch stuft er das Risiko für große Organisationen als mittel bis hoch und für Regierungen als hoch ein. Das Risiko korreliert mir der Art der Datenaufbewahrung. Organisationen speichern personenbezogene Daten, Finanzdaten und Verträge gemäß regulatorischen Vorgaben wie der DSGVO, DORA und NIS2. Diese Datenbestände bleiben über Jahre hinweg verschlüsselt und gespeichert. Ein Angreifer, der diese verschlüsselten Daten heute sammelt, kann sie ab der Verfügbarkeit eines leistungsfähigen Quantencomputers entschlüsseln. Hier ist der Zeitrahmen entscheidend. Laut dem Mosca-Theorem, auf das der Bericht Bezug nimmt, sind alle Daten, deren Nutzungsdauer zuzüglich der Migrationszeit den Zeitpunkt der Verfügbarkeit eines leistungsfähigen Quantencomputers übersteigt, bereits gefährdet.

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Das bedeutet, dass das Risiko bereits heute besteht und nicht erst dann, wenn Quantencomputer verfügbar sind. Daher stellt sich für die meisten Organisationen die Frage, ob sie die Verschlüsselung zum Schutz ihrer langlebigen sensiblen Daten noch vor dem Zeitpunkt der Verfügbarkeit migrieren. Ein hybrider Schlüsselaustausch bietet einen sinnvollen Zwischenschritt, indem er quantenresistente Algorithmen mit bewährter elliptischer-Kurven-Kryptografie kombiniert. Keeper geht diesen Weg mit dem vom NIST zugelassenen Kyber. Die Lektion daraus ist, dass Krypto-Agilität wichtiger als die Wahl des perfekten endgültigen Algorithmus ist. Denn die Algorithmen werden sich mit fortschreitender Forschung und Entwicklung weiterhin verändern.

Der erste Schritt ist einfach. Organisationen brauchen eine Übersicht darüber, wo Public-Key-Kryptografie ihre Daten schützt, welche Datenbestände langlebig sind und welche Anbieter einen glaubwürdigen Migrationspfad aufzeigen können. Der richtige Zeitpunkt zum Handeln ist jetzt, solange das Risiko theoretisch ist und die Handlung noch in der Kontrolle der Organisation liegt.

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