Betrügerische Spendenaufrufe erkennen

Spendenaufrufe appellieren an Herz, Gefühle und Mitleid  – so auch wenn es um ein zweijähriges, an Leukämie erkranktes Kind geht. Gerade deswegen nutzen Hacker Anzeigen in Facebook-Meta, um gutmeinende Spender um ihr Geld zu bringen. In einer aktuellen Kampagne, welche die Bitdefender Labs beobachten, sendeten die Hacker solche Anzeigen an 5.000 Konten in Berlin – europaweit an rund 108.000 Nutzer. Eine zweite Kampagne erreichte mit 32 verschiedenen Anzeigen über 500.000 Nutzer. Das Ausspielen von Anzeigen in Deutsch, Rumänisch und Litauisch zeigt, wie leicht die Betrüger die Anzeigen anpassen können. Alle Anzeigen verweisen auf eine identische US-Adresse und Telefonnummer. Die Opfer riskieren, Geld zu verlieren. Bei entsprechenden Anfragen verraten sie Cyberkriminellen ihre Mail-Adresse und Telefonnummer – womit die Betrüger weiteren Schaden anrichten können. 

Die Experten der Bitdefender Labs beobachten zwei aktive Kampagnen mit falschen Spendenaufrufen. Diese werden mindestens seit 31. August diesen Jahres verbreitet. Die Kampagnen nutzen emotionale Posts und Videos, in denen ein junges Kind sagt, dass sie an Leukämie leide und dringend eine kostspielige Behandlung im Ausland benötige.

Besonders heimtückisch: Die Seiten für den Spendenaufruf suggerieren eine Aktivität anderer Spender. Angezeigte Logos von Zahlungsdiensten erhöhen die Glaubwürdigkeit. Innerhalb der viertelstündigen Analyse der Webseite durch die Experten stieg das Spendenvolumen von 3.327 Euro bei 137 Spendern auf 3.397 Euro bei 140 Spendern. Ein moderater und glaubwürdiger Anstieg. Ziel der Fake-Kampagnen war ein Spendenaufkommen von 426.893 Euro. Bei einer Anzeige bauten die Cyberkriminellen schon eine Hintertür ein, um das Geld frei zu verwenden: Unter Umständen würden mit den Spendeneingängen die gesamten Wohlfahrtsaktivitäten der Organisation unterstützen und nicht allein das erwähnte Kind.

Solche Anzeigen können nicht nur finanziellen Betrug zur Folge haben. Sie untergraben auch die Glaubwürdigkeit anderer, echter Spendenaufrufe und können deren Erfolg beeinträchtigen.

Beim genauen Hinschauen können Nutzer jedoch Verdacht schöpfen. Die Bitdefender Labs empfehlen folgende Maßnahmen, bevor man spendet:

  • Zusätzliche Recherche nach der Organisation im Internet, anstatt sich auf den Link in einer Anzeige oder einem Post zu verlassen;
  • Nachfrage bei anderen für den Bereich zuständigen Organisationen, ob ein Spendensammler eingetragen ist;
  • Suche nach Belegen der Tätigkeit der Organisation, nach öffentlich gegebenen Neuigkeiten, unabhängiger Berichterstattung und eindeutigen Kontaktinformationen;
  • Vorsicht vor jüngst angelegten Webseiten, spärlich gefüllten Social-Media Profilen und Spendensammlern, die wenige nachprüfbare Details liefern;
  • Spendenaufrufe nur mit Bedacht an Freunde, Familie oder den weiteren Bekanntenkreis weiterleiten, um sich nicht zum Helfer der Cyberbetrüger zu machen;
  • Spenden sofern möglich immer über eine anerkannte Wohlfahrtsorganisation oder über eine offizielle Spendenaktion eines Spendensammlers, auf den ein überprüftes Krankenhaus, Familienmitglieder oder eine gemeinnützige Organisation verweisen; sowie
  • missbräuchliche Anzeigen oder Spendenseiten der Social-Media-Plattform melden.

Kostenlose Tools wie Bitdefender-Scamio oder Bitdefender-Link-Checker ermöglichen es, verdächtige Nachrichten und Links zu überprüfen.

Info: Die ausführliche Analyse hier: https://www.bitdefender.com/en-us/blog/hotforsecurity/fake-donation-scams-on-meta-2026.

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