ISC2, die weltweit führende gemeinnützige Mitgliederorganisation für Cybersecurity-Fachleute, veröffentlicht die Ergebnisse ihres aktuellen Berichts „Rethinking AI’s Impact on Cybersecurity Roles“. Die Studie zeigt, dass künstliche Intelligenz die Aufgaben, Arbeitsabläufe und Entscheidungsprozesse in der Cybersecurity grundlegend verändert und gleichzeitig die Bedeutung menschlicher Urteilsfähigkeit, sorgfältiger Validierung und klarer Governance-Strukturen weiter zunimmt. Rund zwei Drittel der Befragten geben an, im vergangenen Jahr mehr Zeit darauf verwendet zu haben, zu entscheiden, wann sie KI gestützten Empfehlungen vertrauen oder diese umsetzen können (65 Prozent). Fast genauso viele Befragte berichten, dass sie häufiger KI-Ergebnisse überprüfen und validieren mussten (63 Prozent).Künstliche Intelligenz reduziert arbeitsbedingten Stress
Künstliche Intelligenz ersetzt keine Cybersecurity-Fachkräfte
- Der Einsatz von KI ist zugleich mit erheblichen Bedenken verbunden. Als größte Herausforderungen nennen die Teilnehmenden eine zu starke Abhängigkeit von KI mit 62 Prozent, die Gefahr, dass unerkannte Fehler sich über verschiedene Systeme hinweg ausbreiten mit 61 Prozent, sowie den Verlust menschlicher Urteilsfähigkeit an kritischen Entscheidungspunkten mit 56 Prozent.
- Die Verantwortung für Entscheidungen bleibt nach wie vor beim Menschen. Führen von KI empfohlene Maßnahmen zu fehlerhaften Ergebnissen, geben 50 Prozent der Befragten an, dass in ihren Unternehmen letztlich die verantwortlichen Mitarbeitenden zur Rechenschaft gezogen werden. Weitere 21 Prozent berichten, dass die Verantwortlichkeit von der Schwere des jeweiligen Vorfalls abhängt. Zehn Prozent sehen unklare Zuständigkeiten und acht Prozent geben an, dass bei fehlerhaften KI Empfehlungen keine eindeutige Verantwortung festgelegt ist.
- Künstliche Intelligenz verändert außerdem die Verteilung der Arbeitszeit in der Cybersecurity. Im vergangenen Jahr haben 48 Prozent der Befragten weniger Zeit für Aufgaben aufgewendet, bei denen keine KI eingesetzt wird. Dies deutet auf eine zunehmende Verlagerung hin zu KI unterstützten Arbeitsabläufen. Im Arbeitsalltagzeigt sich dagegen ein ausgeglichenes Bild: 35 Prozent berichten von einem geringeren Zeitaufwand, 32 Prozent von einem höheren und 33 Prozent sehen keine Veränderung.
- Grundlegende Cybersecurity-Kompetenzen bleiben weiterhin unverzichtbar. Fast zwei Drittel der Befragten (62 Prozent) sind der Ansicht, dass KI den Bedarf an fundierten Cybersecurity-Kenntnissen nicht verringert hat. Lediglich 26 Prozent vertreten die gegenteilige Auffassung.
- Ebenso groß ist die Bedeutung klarer Regeln für den verantwortungsvollen Einsatz von KI. Rund vier von fünf Befragten halten es für sehr wichtig, eindeutig festzulegen, wann KI Ergebnissen vertraut werden kann (82 Prozent). Jeweils 80 Prozent halten es für wichtig zu wissen, wann Entscheidungen bewusst übersteuert werden sollten sowie über klare Governance-Strukturen zu verfügen.










