BT Group und Verizon schlagen ein neues Kapitel im internationalen Netzwerkgeschäft auf. Die beiden Telekommunikations-unternehmen gründen ein Joint-Venture, das sich auf sichere, resiliente und KI-fähige Kommunikations- und Netzwerklösungen für multinationale Unternehmen konzentrieren wird. Beide Partner halten jeweils 50 Prozent der Anteile. Im Rahmen der Vereinbarung leistet Verizon zudem eine Ausgleichszahlung in Höhe von 625 Millionen US-Dollar an BT.
Mit dem Zusammenschluss reagieren beide Unternehmen auf die wachsenden Anforderungen global agierender Unternehmen, deren IT-Infrastrukturen zunehmend cloudbasiert sind und gleichzeitig immer strengere Vorgaben hinsichtlich Datensouveränität, Compliance und Cybersicherheit erfüllen müssen.
Fokus auf Cloud, KI und digitale Souveränität
Das neue Gemeinschaftsunternehmen vereint die internationale Geschäftseinheit von BT, die weltweit sichere Kommunikations- und Netzwerkinfrastrukturen für multinationale Unternehmen bereitstellt, mit der internationalen Enterprise-Wireline-Sparte von Verizon. Ziel ist es, Kunden künftig eine leistungsfähigere Plattform für globale Konnektivität anzubieten, die speziell für eine Cloud-First-Welt und den Einsatz künstlicher Intelligenz entwickelt wurde.
Dabei spielt das Thema digitale Souveränität eine zentrale Rolle. Die Infrastruktur soll globale Skalierbarkeit mit lokalen Anforderungen an Datenschutz, regulatorische Vorgaben und nationale Compliance verbinden. Unternehmen sollen dadurch ihre Anwendungen und Daten weltweit betreiben können, ohne dabei die jeweiligen gesetzlichen Rahmenbedingungen aus den Augen zu verlieren.
Moderne Netzwerke für KI-Anwendungen
Mit der zunehmenden Verbreitung generativer KI und datenintensiver Anwendungen steigen auch die Anforderungen an Unternehmensnetzwerke. Niedrige Latenzen, hohe Verfügbarkeit und sichere Datenübertragung werden zu entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.
Das Joint-Venture will deshalb den Ausbau einer neuen Generation intelligenter Netzwerkinfrastrukturen beschleunigen. Kunden sollen von sicheren und resilienten Konnektivitätsplattformen profitieren, die sowohl operative als auch regulatorische Anforderungen erfüllen und speziell für KI-gestützte Workloads ausgelegt sind.
Beide Unternehmen konzentrieren sich stärker auf ihre Heimatmärkte
Neben den technologischen Vorteilen verfolgt der Zusammenschluss auch strategische Ziele. Während das Joint-Venture künftig das internationale Geschäft verantwortet, können sich BT und Verizon stärker auf ihre jeweiligen Heimatmärkte konzentrieren.
Gleichzeitig bleiben beide Unternehmen als gleichberechtigte Anteilseigner eng mit dem Gemeinschaftsunternehmen verbunden und unterstützen dessen Weiterentwicklung.
Als designierter Chief Executive Officer wurde Martijn Blanken benannt. Seine Ernennung steht noch unter dem Vorbehalt des erfolgreichen Abschlusses der Transaktion und der erforderlichen regulatorischen Genehmigungen.
Blanken verfügt über fast drei Jahrzehnte internationale Führungserfahrung in der Telekommunikations-, Technologie- und Infrastrukturbranche. Stationen seiner Karriere führten ihn unter anderem zu Telstra, Openwave Systems, EXA Infrastructure und KPN. Ab dem 1. September wird er zunächst bei BT tätig sein und gemeinsam mit beiden Unternehmen die Gründung des Joint-Ventures vorbereiten.
Bis zum offiziellen Start wird Clive Selley weiterhin die internationale Geschäftseinheit von BT führen und die laufende Transformation des Geschäftsbereichs begleiten. Die Führungsstruktur bei Verizon bleibt unverändert.
Antworten auf neue Anforderungen globaler Unternehmen
BT-Chefin Allison Kirkby sieht in dem Zusammenschluss einen wichtigen Meilenstein für die internationale Ausrichtung des Unternehmens. Die Kombination aus der globalen Reichweite von BT International und den langjährigen Kundenbeziehungen von Verizon soll einen leistungsfähigen Partner schaffen, der Unternehmen weltweit moderne, sichere und resiliente Netzwerklösungen bereitstellt.
Auch Verizon-CEO Dan Schulman betont die wachsenden Anforderungen internationaler Unternehmen. Diese benötigten heute sichere und flexible Konnektivität, die über Ländergrenzen und verschiedene Cloud-Umgebungen hinweg zuverlässig funktioniere. Das neue Gemeinschaftsunternehmen solle genau diese Anforderungen erfüllen und gleichzeitig eine zentrale globale Anlaufstelle für internationale Kunden schaffen.
Strategische Antwort auf den Wandel der Unternehmens-IT
Der Zusammenschluss zeigt exemplarisch, wie sich der Telekommunikationsmarkt verändert. Klassische Netzwerkdienste entwickeln sich zunehmend zu integrierten Plattformen für Cloud-Konnektivität, Zero-Trust-Sicherheit, KI-Anwendungen und digitale Souveränität.
Gerade multinationale Unternehmen stehen heute vor der Herausforderung, globale IT-Infrastrukturen zu betreiben und gleichzeitig regionale Datenschutz- und Compliance-Vorgaben einzuhalten. Hinzu kommen steigende Anforderungen durch den Einsatz generativer KI, die leistungsfähige und hochverfügbare Netzwerke voraussetzt.
Mit dem Joint-Venture positionieren sich BT und Verizon genau in diesem Zukunftsmarkt. Statt klassischer Carrier-Dienstleistungen rücken intelligente, sichere und souveräne Netzwerkplattformen in den Mittelpunkt – ein Marktsegment, dessen Bedeutung in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürfte.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigungen sowie erforderlicher Konsultationen mit Arbeitnehmervertretungen. Bis zum Abschluss des Verfahrens werden BT International und das internationale Enterprise-Geschäft von Verizon ihre Dienstleistungen unabhängig voneinander fortführen.
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