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Doppelmoral bei der Kommunikation von Cybervorfällen

8. Juni 2018

cyber-security-3411499_640Wenn es um die Meldung von Cyberangriffen und Datenschutzverstößen geht, messen Sicherheitsexperten mit zweierlei Maß. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des PAM-Spezialisten Thycotic, im Rahmen derer auf der diesjährigen RSA-Conference in San Francisco mehr als 250 Cybersecurity-Experten befragt wurden. Demnach wollen 84 Prozent der Befragten sofort benachrichtigt werden, wenn ein Unternehmen, mit dem sie zusammenarbeiten, von einem Cybervorfall betroffen ist. Andersherum zeigen sich die befragten Sicherheitsexperten jedoch weit weniger transparent:

Joseph Carson, Chief Security Scientist, Thycotic
Joseph Carson, Chief Security Scientist, Thycotic

Nur 37 Prozent würden ihre Kunden demnach sofort über einen Cybervorfall im eigenen Unternehmen unterrichten.

Die Umfrage zeigt hier ein generelles Problem: Cyberattacken und Datenschutzvorfälle im eigenen Unternehmen sind ein sensibles Thema, weshalb sich Verantwortliche eher bedeckt halten. Während rund ein Drittel der Befragten (32%) offen gestand, dass ihr Unternehmen in den letzten 12 Monaten Opfer eines Cyberangriffs wurde, gaben etliche Security-Experten diesbezüglich keine Auskunft. Viele erklärten, dass sie es nicht zugeben würden, selbst wenn ihr Unternehmen eine Attacke oder eine Datenpanne erlitten hätte. Gleichzeitig gab fast jeder sechste Befragte an, schon einmal einen Cybervorfall vor der Öffentlichkeit und ahnungslosen Betroffenen geheim gehalten zu haben. Grund für diese Verschwiegenheit dürfte unter anderem auch Druck seitens Vorgesetzter und Geschäftsführung sein, immerhin können sich Vorfälle dieser Art nachteilig auf das Geschäft auswirken.

„Der einhellige Tenor unserer Befragung ist folgender: Über Datenpannen bei einem Geschäftspartner wollen Sicherheitsexperten so schnell wie möglich informiert werden. Bei Vorfällen im eigenen Unternehmen sind sie jedoch nicht so auskunftsfreudig“, so Joseph Carson, Chief Security Scientist bei Thycotic. „Dabei ist Transparenz bei Cyberpannen essentiell. Das Erstellen eines Incident-Response-Plans kann Unternehmen zudem dabei helfen, den Schaden, den ein so schwerwiegendes Ereignis nicht nur im Unternehmen selbst, sondern auch bei den Kunden verursachen kann, so gering wie möglich zu halten.“

Thycotic-UmfrageNeben den beunruhigenden Ergebnissen rund um die Kommunikation von Cyberrangriffen bringt der Thycotic-Report jedoch auch positive Entwicklungen zu Tage. Unter anderem haben Unternehmen was die Erarbeitung eines Vorfallsreaktionsplan angeht, Fortschritte gemacht. Dies ist vor allem hinsichtlich der gerade in Kraft getretenen EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) wichtiger denn je.

Positive Ergebnisse der Befragung:

  • 56 Prozent der befragten Sicherheitsexperten haben bestätigt, dass sie über einen Incident-Response-Plan verfügen und diesen getestet haben.
  • 20 Prozent haben eine Kontaktliste und einen Kommunikationsplan für das Management eines Vorfalls vorbereitet.
  • 12 Prozent der Befragten gaben an, ein „Red Team“-Training mit ihren Führungskräften durchgeführt zu haben.
  • 10 Prozent haben ein PR-Team für Krisen-Kommunikation sowie juristische Berater im Rücken.

„In einer Zeit, in der ein Datenverstoß so gut wie unausweichlich erscheint, kann ein solider Incident-Response- und Recovery-Plan die Kosten für Datenverluste erheblich senken und helfen, verheerende negative Auswirkungen auf die Marken- und Kundenbindung abzuwenden“, fügt Carson hinzu. „Wie die Umfrage-Ergebnisse zeigen, hat sich in diesem Bereich schon viel getan, nichtsdestotrotz gibt es für Unternehmen noch viel zu tun.“

Alle Ergebnisse der RSA-Umfrage von Thycotic finden sich hier: https://thycotic.com/resources/cybersecurity-professionals-practicing-double-standard/

#Netzpalaver #Thycotic

Tags:Account-ManagementCybercrimeDatenschutzIncident-ResponsePAMSicherheitStudieThycotic
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Ralf Ladner8. Juni 2018

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