Leben in einem riesigen Roboter

smart-home-2769239_640Einige IoT-Plattformanbieter träumen von Gebäuden, die ihr Verhalten automatisch an die Präferenzen jedes Nutzers anpassen.

Auf Basis des Internets der Dinge (IoT) werden sogenannte intelligente Gebäude und Wohnungen überall realisiert. Diese bieten ein unterschiedliches Maß an intelligenter Verwaltung und Kontrolle der verschiedenen Gebäudesysteme (Beleuchtung, Heizung, Lüftung, Kommunikation und Sicherheit). In den meisten Fällen sind diese „intelligenten“ Fähigkeiten jedoch noch relativ begrenzt. Viele der verfügbaren Systeme arbeiten nicht immer zusammen und erfordern eine erhebliche menschliche Zuarbeit. Neue Smart-Building-Plattformen wollen die Lücken schließen und vollständige autonome Gebäude realisieren.

Autonome Gebäude sind riesige Roboter

Man stelle sich ein Gebäude vor, das sein Verhalten automatisch an die Präferenzen der jeweiligen Nutzer anpasst und auch die konkurrierenden Präferenzen der Nutzer geschickt ausgleicht. Ein solches Gebäude soll sich automatisch so konfigurieren, dass es Sicherheit und Gesundheit auf optimale Weise unter Berücksichtigung aller relevanten Risiken und Bedingungen bereitstellt. Ein Gebäude, das Komfort bietet, die Produktivität steigert und den Energieverbrauch senkt. Ein Gebäude, das automatisch die richtigen externen Ressourcen nutzt, wenn es Hilfe benötigt, oder ein Bewohner Hilfe benötigt. Die Funktionen dürfen natürlich nur innerhalb eines vorgegebenen Finanzrahmens und nur mit minimalen menschlichen Eingriffen ablaufen.

Der lange Weg zu autonomen Gebäuden

Wenn man mich fragt, dann hören sich die dargestellten Funktionen nicht nach einem autonomen Gebäude an, sondern eher nach einem Roboter, in dem der Mensch lebt. Zwangsläufig werden wir diese Vision auch nicht über Nacht umsetzen können.

Der Weg zur Autonomie kann nur Schritt für Schritt gegangen werden. Moderne Gebäudesysteme bestehen aus einem Netzwerk von modularen, Plug-and-Play-Komponenten. Diese Systeme sammeln und analysieren eine Vielzahl von Daten, so dass die Gebäude über eine Software – wie eine virtuelle Maschine – verwaltet werden und bei Bedarf neu konfiguriert werden können.

Die Autonomie von Gebäuden wird in einem feinen Schritten erreicht werden. Ähnlich wie bei autonome Fahrzeuge. Hier wurde zuerst der Tempomat perfektionierten, anschließend wurde dieser zu einem adaptiven Tempomat aufgrrüstet und schließlich die Spurassistenten hinzufügt. In den Gebäuden wird der Weg zur Autonomie wahrscheinlich mit einer intelligenten Beleuchtung beginnen. Diese nutzt die künstliche Intelligenz (KI) und das maschinelle Lernen, um die Beleuchtungspräferenzen der Nutzer zu automatisieren. Langfristig kann ein autonomes Gebäude so intelligent werden, dass es selbständig Lichttherapien durchführen kann.

Sehr frühes Stadium autonomer Gebäude

Momentan befinden wir uns jedoch noch in einem sehr frühen Stadium der Entwicklung autonomer Gebäude und auch Automationsenthusiasten werden nicht so schnell in ein autonomes Gebäude ziehen. Selbst wenn die Technologie bereits heute vollständig entwickelt wäre, erfordern autonome Gebäudefunktionen eine individuelle Anpassung pro Installation.

Die meisten der heutigen Gebäudesysteme müssen dazu noch in modulare, softwaredefinierte Komponenten zerlegt werden, die die benötigte Daten liefern. Die meisten Systeme bauen auch auf zu kleinen Fundamenten auf, die nicht in der Lage sind, eine sinnvolle KI-Integration oder dynamisch adaptierende Gebäude zu realisieren.

Auch wenn die autonomen Gebäude eines Tages zum Lebensalltag gehören werden, wird es immer noch notwendig sein, dass der Mensch gelegentlich in den Betrieb eingreift. Dies wird sicher in Extrem- oder Notsituationen notwendig sein. Die verwendeten IoT-Plattformen müssen auch bei Bedarf externe Ressourcen konsultieren. So wie jeder menschliche Körper über ein Immunsystem verfügt und damit die meisten Bedrohungen (unbemerkt vom Menschen) abwehrt, gibt es immer wieder Situationen, in denen man krank wird und einen Arzt benötigt. Die externe menschliche Hilfe wird einfach benötigt, um ein so komplexes System wie den menschlichen Körper wieder in Ordnung zu bringen -äquivalent trifft dies auch auf autonome Gebäude zu.

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