Timesync sorgt für eine präzise Wi-Fi-Synchronisation

pocket-watches-436567_1920Das neue Wi-Fi-Certified „TimeSync“ sorgt für die Synchronisierung von Audio- und Videogeräten.

Mit Hilfe der WLAN-Technologie lassen sich heute fast alle Geräte miteinander per Funk verbinden. Diese Technik ist inzwischen so weit verbreitet, dass diese in sehr vielen Haushalten und Unternehmen im Einsatz ist. Bisher hatte diese Technik noch kleinere Schwierigkeiten beim Timing, wenn es beispielsweise beim Video- und Audio-Streaming auf die Synchronität ankam. Jetzt hat die Wi-Fi Alliance einen Weg gefunden, diesen Mangel zu beseitigen. Die Industriegruppe „Wi-Fi Certified TimeSync“ gab letzte Woche bekannt, eine Spezifikation für die präzise Zeitsynchronisation für Wi-Fi-Geräte zu erarbeiten. Diese soll voraussichtlich bis Mitte des Jahres zur Verfügung stehen.

Als die WLAN-Technik vor mehr als 20 Jahren auf den Markt kam galt es fehlerfrei die Daten zwischen den Computern hin und her senden zu können. Eine Synchronisation von Uhren spielte keine Rolle. Aber mit der noch tieferen Durchdringung der WLAN-Technologie im Bereich des Home Entertainments stellt sich natürlich die Timing-Frage.

Beispielsweise wird über Lautsprecher, die sich an den gegenüberliegenden Seiten eines Raumes befinden, dazu benutzt werden, Stereotöne zu erzeugen. Nutzt man das WLAN zur Informationsübermittlung, dann entfallen die Verbindungskabel zwischen dem Sender und den Lautsprechern. So lange diese Geräte jedoch die Signale nicht synchron ausgeben, geht der Stereoeffekt verloren. Noch schwieriger wird die Ausgabe des richtigen Sounds, wenn in einem Heimkino der Fernseher einen Subwoofer und mehrere Lautsprecher per Funk steuert.

Das Wi-Fi-Certified Timesync wurde genau für diese Anwendungsfälle entwickelt. Es stellt sicher, dass die Uhren auf den verschiedenen Geräten auf weniger als eine Mikrosekunde miteinander synchronisiert werden. Dadurch kann jede Komponente ihre Aufgabe zur richtigen Zeit ausführen.

Aber Timesync synchronisiert nicht nur automatisch die Uhren auf jedem zertifizierten Gerät, sondern lässt sich auch zur Synchronisierung ganzer Gerätegruppen nutzen. So können beispielsweise die Systeme mehrerer Hersteller in einer zeitabhängigen Anwendung zusammenarbeiten.

Einsatzbereiche Wi-Fi-Timesync

Die Wi-Fi Alliance definiert folgende Einsatzbereiche für Wi-Fi-Timesync:

Bereich: Unterhaltung

  • Heimkino-Systeme: Verschiedene Displays und Lautsprecher lassen sich zu einem eindrucksvollen Audio- und Video-Erlebniss- (ohne Drift oder Sync-Probleme) miteinander koppeln.
  • Soundsysteme: Mehrere synchronisierte Lautsprecher bilden einen präzisen Surround-Sound.
  • Aufnahmesysteme: Vereinfachung von Audio- und Videobearbeitungsprozessen beim Aufnehmen von Inhalten mit mehreren synchronisierten Mikrofonen oder drahtlosen Kameras.

Bereich: Gesundheitswesen

  • Multi-Sensor-Koordination: Sorgt für die Koordination von tragbaren Analysegeräten im Bereich des Klinikalltags

Bereich: Industrie

  • Gerätemanagement: Koordinieren von Aktionen auf einer Fertigungslinie (beispielsweise bei der Datensammlung, Ausrüstungsdiagnosen oder Analysen).
  • Verteilte Prozesssteuerung: Eine Flotte von Sensoren werden per WLAN gekoppelt und sammeln im Feld hochpräzise Daten.
  • Präzisionsausgänge: Das Synchronisieren von Bewegungssteuerungssensoren stellt sicher, dass jeder Regelprozess seine Funktion zur exakt gleichen Zeit ausführt.

Bereich: Fahrzeuge

  • Kamerasysteme: Synchronisieren Sie fahrzeuginterne Kameras, um die sichere Handhabung schwieriger Fahrzeugmanöver zu unterstützen.
  • Infotainment-Systeme: Die perfekte Wiedergabe von drahtlosen Kopfhörern bzw. die korrekte Wiedergabe der Entertainment-Systeme auch auf den Rücksitzen.

Eine Sache, die die Wi-Fi Alliance mit ihrem Wi-Fi-TimeSync nicht lösen wird, ist die Verzögerung, die zwischen dem Senden eines IoT-Befehls (beispielsweise dem Antippen einer Smartphone-App, um ein Licht einzuschalten) und dem Aufscheinen des Lichts, entsteht. Solche Verzögerungen werden nicht durch asynchrone Uhrzeiteinstellungen verursacht.